Halle und Solardach als Paket Nettetaler will Unternehmen die Energiewende leicht machen

Nettetal-Kaldenkirchen · Während viele private Haushalte ihren Balkon mit Mini-Solaranlagen ausstatten, hat ein Nettetaler Unternehmer Größeres im Sinn. Die Meins Hallen & Büros GmbH bietet Unternehmen Komplettlösungen aus Betriebsfläche und Photovoltaikanlage.

 Nina Day und Frank Metten sind die Geschäftsführer des Betriebs, dessen Dach Christoph Dicks (rechts) mit einer Solaranlage ausgerüstet hat.

Nina Day und Frank Metten sind die Geschäftsführer des Betriebs, dessen Dach Christoph Dicks (rechts) mit einer Solaranlage ausgerüstet hat.

Foto: Holger Hintzen

Frank Metten ist höchst zufrieden mit dem, was sich seit Oktober in seiner Firma über seinem Kopf befindet: eine Photovoltaikanlage, die dem Kunststoff verarbeitenden Betrieb in Kaldenkirchen fast den gesamten Strom liefert, der dort im Jahr verbraucht wird. Strom aus Sonnenenergie – das komme den Erwartungen vieler Kunden entgegen, sagt der Geschäftsführer der Metten Kunststoffprodukte GmbH: „Die Automobilindustrie etwa will den Nachweis, dass wir Strom aus erneuerbaren Energiequellen beziehen.“ Die Photovoltaikanlage hilft mithin nicht nur, Stromkosten zu sparen, sie verbessert für den Kunststoffbetrieb auch die Chancen am Markt.

Die Anlage auf dem Dach hat die ebenfalls in Nettetal ansässige Meins Hallen & Büros GmbH geplant und gebaut. Dahinter steckt aber noch ein bisschen mehr. Geschäftsführer dieser Gesellschaft ist Christoph Dicks. Und er leitet auch die Geschäfte der Nettetaler Peter Dammer GmbH & Co. KG, die das gesamte Gebäude errichtet und die Räume an Metten vermietet hat.

Dicks verkörpert damit quasi die Kombination zweier Geschäftsfelder. Dammer ist seit Jahrzehnten im Industrie- und Gewerbebau tätig, die Meins GmbH bietet Teile von Gewerbeimmobilien zum Kauf oder auch zur Miete an – und ist auch in Planung und Installation von Solaranlagen eingestiegen.

Metten und Mit-Geschäftsführerin Nina Day, die mit Spritzgussmaschinen Kunststoffteile wie Stopfen oder Verschlusskappen produzieren, konnten so mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie mussten ihre Produktionsräume nicht selbst, nicht selbst in die Solaranlage investieren, sich nicht mit technischen und bürokratischen Fragen rund um die Installation beschäftigen und kommen beim Strom günstiger weg.

Maschinen, Gebäude und vier Elektrofahrzeuge bei Metten verbrauchen nach Angaben von Dicks im Jahr etwa 60.000 kWh. Gleich nebenan ist die Innovent GmbH ansässig, die Metalloberflächen bearbeitet – ebenfalls in von Dammer gebauten und gemieteten Räumen und mit einer von der Meins GmbH im Oktober installierten Solaranlage auf dem Dach. Der jährliche Stromverbrauch liegt dort laut Dicks bei etwa 100.000 kWh.

Dass die beiden Solaranlagen die Bedarfe der Betriebe nahezu abdecken können, liegt laut Dicks auch daran, dass die Gebäude eine gute Wärmedämmung haben und nach KfW Energieeffizienz-Standard 55 errichtet sind. Damit und mit der Solaranlage will sich Dicks aber noch nicht zufriedengeben. „In den nächsten Wochen werden die beiden Gebäude mit einem System zum Energiedatenmanagement ausgerüstet“, sagt er. Das System zeichnet im Fünf-Minuten-Takt Daten unter anderem über Leistung der Solaranlage und des aktuellen Stromverbrauchs auf. So soll es Informationen liefern, auf deren Basis weitere Maßnahmen für noch höhere Energieeffizienz geplant werden können. Und ein solches Datenmanagement ist weiteres Geschäftsfeld der – Meins Hallen & Büros GmbH.

Solaranlagen-Installation auf Dächern ist auch ein Feld, auf dem sich die Nettetaler Stadtwerke tummeln. Deren Mit-Geschäftsführer und Bürgermeister Christian Küsters, sieht in Dicks Aktivitäten keine unwillkommene Konkurrenz, eher eine Bereicherung auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Küsters: „Die Stadtwerke wollen kein Monopol. Wettbewerb senkt ja auch die Preise für die Kunden.“

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