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Guido Gahlings: Nettetaler sollen Klimaschützer werden

Guido Gahlings : Nettetaler sollen Klimaschützer werden

Der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz, Guido Gahlings (Grüne), begrüßt den Entwurf des Klimaschutzkonzeptes für Nettetal, nennt beispielhaft die Initiative "Nettetal fährt Rad". In Detailfragen allerdings sieht er Anlässe zum Nachbessern.

Wird es in diesem Jahr, Herr Gahlings, endlich das lange diskutierte Klimaschutzkonzept für Nettetal geben?

GUIDO GAHLINGS Ich bin zuversichtlich, dass wir einen großen Schritt weiterkommen. Der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz wird 2015 extra vier Mal statt sonst nur zwei Mal tagen, um das Integrierte Kommunale Klimaschutzkonzept Nettetal gründlich zu beraten.

Wie ist genau der Stand der Dinge?

GAHLINGS Eigentlich sollte das Klimaschutzkonzept zeitgleich mit dem Stadtentwicklungsplan fertig sein. Das konnte leider nicht klappen, denn Fördergelder fürs Konzept wurden zwar rechtszeitig beantragt, die Bewilligung aber verzögerte sich. Immerhin wurde im letzten Ausschuss im Dezember 2014 der Entwurf vorgestellt, den wir nun in den Fraktionen eingehend beraten.

Was steht drin im Entwurf?

GAHLINGS Die beauftragte Firma Adapton Energiesysteme hat Ziele für den Abbau von CO2 in Nettetal erarbeitet, die Wirtschaft und Verkehr, die Kommune und private Haushalte betreffen. Sechs Handlungsfelder und 33 konkrete Einzelmaßnahmen werden aufgezeigt.

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Wie bewerten Sie den Konzeptentwurf, sind Sie zufrieden?

GAHLINGS Grundsätzlich schon, aber die Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Nettetal auf 69 Prozent im Jahr 2030 geht mir nicht weit genug, da ist mehr drin. Außerdem sollten wir langfristiger planen, das Jahr 2050 im Blick haben. Da besteht, meine ich, noch Diskussionsbedarf.

Was hat es mit diesen Einzelmaßnahmen auf sich, können Sie Beispiele nennen?

GAHLINGS Das geht von Gebäudesanierung über Heizkostenreduzierung bis zu umweltfreundlichem Verkehr. Für jeden sind da Möglichkeiten aufgezeigt, beispielsweise für Schulen und Kitas: Sie könnten nicht nur bei Wettbewerben zum Klimaschutz mitmachen, sondern auch ihre Einrichtung etwa nach tropfenden Wasserhähnen durchforsten, wie im Ausschuss als Beispiel genannt wurde.

Und was können die Bürger, Privatleute also, tun?

GAHLINGS Ich könnte mir einen festen autofreien Tag vorstellen. Besonders wichtig und konkret aber ist zum Beispiel die Initiative 'Nettetal fährt Rad'. Umweltfreundliche Mobilität ist gefragt, radeln statt jeden auch noch so kurzen Weg mit dem Auto zu fahren. E-Bikes spielen dabei sicher eine immer größere Rolle.

Aber ist denn das Radwegenetz in Nettetal dafür überhaupt geeignet?

GAHLINGS Nein, leider noch nicht richtig. Ich merke das selbst, denn ich lege eigentlich jeden Weg, soweit irgend möglich, mit dem Rad zurück. Also wird das eine wichtige Aufgabe, etwa ein stadtteilübergreifendes Radwegenetz zu erarbeiten. Da wiederum sind Politik und Verwaltung gefragt.

Wie wollen Sie die Nettetaler davon überzeugen, solange noch immer Bürger auf den Klimaschutz pfeifen und etwa beim Eiskratzen den Automotor laufen lassen?

GAHLINGS Mittlerweile müsste eigentlich jeder merken, wie sich etwa das Klima wandelt und dass wir deshalb etwas tun müssen, wir kriegen ja Veränderungen beim Wetter mit oder in der Tierwelt. Wir wollen erreichen, dass alle überzeugt sind, den Klimaschutz zu ihrer Sache zu machen nach dem Motto 'Wir Nettetaler sind Klimaschützer'.

Wer soll diese Überzeugungsarbeit leisten?

GAHLINGS Das wird eine der Aufgaben des Klimamanagers. Ich gehe davon aus, dass die Stelle bald ausgeschrieben werden kann, damit vielleicht schon im Sommer der Klimamanager seine Arbeit aufnehmen kann.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE JOACHIM BURGHARDT.

(jobu)