Nettetaler Reservisten halten sich mit regelmäßigen Treffen bereit

Nettetal : Nettetaler Reservisten halten sich bereit

Die Reservistenkameradschaft Nettetal hält sich mit regelmäßigen Treffen fit. Sie können jederzeit als Soldaten in den Einsatz gehen. Doch auch Menschen ohne militärische Ausbildung können bei der Gruppe mitmachen.

Seit mehr als 50 Jahren gibt es Reservistenverbände in ganz Deutschland. Einer von den rund 3000 Gruppierungen ist die Reservistenkameradschaft (RK) Nettetal. 80 Mitglieder im Alter von Anfang 20 bis Ende 70, darunter auch drei Frauen, treffen sich regelmäßig bei ihren Mitgliederversammlungen, Ausbildungs-Biwaks und nehmen gemeinsam an dem jährlich stattfindenden Internationalen Mönchengladbacher Militärwettkampf, dem IMM, teil.

„In diesem Vielseitigkeitswettkampf gilt es unterschiedliche Stationen zu absolvieren. Das reicht vom Marsch nach Karte, Kompass und Skizze bis hin zu Schießen und Uniformen-Erkennung“, berichtet Michael Hoffmann. Der Kempener ist der Vorsitzende der RK Nettetal, die ihre Basis in Straelen hat. „Dort ist eigentlich unsere Heimat, denn an diesem Standort der Bundeswehr treffen wir uns nahezu jeden Monat einmal zu unseren Kameradschaftsabenden“, informiert Axel Witzke, der stellvertretende Vorsitzende.

Auf dem Gelände des Materiallagers der Bundeswehr finden die Planungen für die Biwaks statt, die Vorbereitungen für die Teilnahmen an Märschen werden an diesem Standort absolviert und offizielle Auftritte bei Volkstrauertagen besprochen. „Das alles erfolgt ehrenamtlich, wobei wir die Dienstkleidung von der Bundeswehr gestellt bekommen“, sagt Horst Obbelode, der im Rahmen der RK Nettetal eine besondere Stellung einnimmt. Denn er ist nicht nur Kassenwart, sondern einer der drei sogenannten Förderer. Das heißt, er hat keine militärische Ausbildung erhalten. Das ist nämlich keine Voraussetzung, um Reservist zu werden. Obbelode kann an allen Übungen teilnehmen, für die keine militärische Vorausbildung vonnöten ist.

Alle anderen Reservisten haben eine militärische Grundausbildung durchlaufen. Entweder absolvierten sie ihren einstigen Wehrdienst wie Hoffmann oder waren als Zeitsoldat aktiv. Witzke war so zwölf Jahre bei der Bundeswehr und Bianca Schmitz, die ebenfalls stellvertretende Vorsitzende bei der RK Nettetal ist, gehörte vier Jahre dazu. „Ich habe mich nach meiner Phase als Zeitsoldatin dafür entschieden, Reservistin zu werden. Die Kameradschaft, die man bei der Bundeswehr erfährt, wollte ich weiter erleben. Kameradschaft wird nämlich bei den Reservisten groß geschrieben“, sagt die Krankenschwester aus Moers.

Die Kameradschaft und der Zusammenhalt sprechen auch Hoffmann an, der im zivilen Leben Maler und Lackierer ist. Seit 2009 gehört er der RK Nettetal an, im vorigen Jahr hat er den Vorsitz übernommen. Die RK Nettetal ist wie alle anderen Reservistenverbände dem Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr zugeordnet. Dieser Reservistenverband hat den parlamentarischen Auftrag, alle Reservisten der Bundeswehr zu betreuen. Wichtig sind der RK Nettetal die Ausbildungsbiwaks, die zwei- bis dreimal im Jahr stattfinden. „Jeder bringt sich hier nach seinen persönlichen Fähigkeiten ein und kann in seinem speziellen Bereich nach entsprechender Ausbildung auch als Ausbilder fingieren. Auf der anderen Seite frischt man das einst Erlernte wieder auf“, erläutert Schmitz.

Oftmals ist es auch so, dass eine Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz, den Maltesern oder anderen Organisationen stattfindet und die dortigen Fachleute unter anderem in Erste Hilfe oder dem Bergen und Retten ausbilden, während wiederum die Reservisten zum Beispiel die Ausbildung in Karte und Kompass anbieten. Reservisten können durch einen Heranziehungsbescheid jederzeit als Soldat in den Einsatz gehen und unterstützen die Bundeswehr bei ihren Einsätzen. Wobei ein solcher Bescheid auch abgelehnt werden kann. Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit, sich selber auf freiwilliger Basis bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr einzubringen.