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Nettetal: Nettetal soll gegen den Trend wachsen

Nettetal : Nettetal soll gegen den Trend wachsen

Nach dem Dialogmarathon mit den Bürgern geht es nun an die Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes. Erste Projekte werden schon im Jahr 2014 für 130 000 Euro umgesetzt.

Ein Brunnen auf dem kleinen Marktplatz in Hinsbeck, ein Radweg durch die Mühlenbachaue zwischen Breyell und Schaag, die Beleuchtung des Lambertiturmes in Breyell, Fahrradständer in der Fußgängerzone in Kaldenkirchen, mehr Licht im Ingenhovenpark in Lobberich und eine Planung für eine "Grüneinfassung" des Petershofs in Leuth: Das sind die ersten konkreten und bescheidenden Projekte zur Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes, das nun ein Jahr lang im Dialog mit den Bürgern erarbeitet wurde. Der Planungsausschuss des Stadtrates gab jetzt grünes Licht für die ersten Vorschläge der Verwaltung, der Rat selbst muss am 8. April noch zustimmen und 130 000 Euro freigeben.

Es war förmlich ein Aufatmen zu spüren, als die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche feststellte: "Wir sind am Ende eines Weges angekommen, auf dem wir gemeinsam mit den Bürgern eine Zukunftsvision für die Stadt entwickelt haben." Diesen "Leitfaden" werde man nun in den nächsten zehn bis 15 Jahren abarbeiten, wobei es sicherlich noch zu Korrekturen und Ergänzungen kommen werde: "Aber wir haben einen Korridor, damit nicht Zufälligkeiten das Handeln bestimmen."

Weil die Bürger im Laufe der Ortsteilforen die Sorge geäußert hatten, dass "die heutige Lebensqualität nicht von Dauer ist, denn in einigen Stadtteilen 'bröckelt' die Versorgungslage", kommt es nach Ansicht des Dortmunder Professors Kunibert Wachten darauf an, die Einwohnerzahl zu stabilisieren oder gar moderat anzuheben. Das bedeutet im Klartext, bis 2030 rund 2000 zusätzliche Einwohner zu gewinnen. Der Regionalplaner riet den Politikern, "aktiv um Einwohner zu werben und im Rhein-Ruhr-Raum und in den Niederlanden zu fischen". Mögliche neue Wohngebiete seien zur Genüge im Flächennutzungsplan in allen Stadteilen ausgewiesen. Seine Devise: "Die Gesamtstadt stärken heißt vitale Stadtteile pflegen."

Das soll durch eine Fülle von Einzelmaßnahmen geschehen, die aber zunächst geplant werden müssen. Noch in diesem Jahr lässt sich in Breyell umsetzen, den Lambertiturm wirkungsvoll anzustrahlen. Die weitere Gestaltung des Lambertiplatzes soll im Einvernehmen mit den Breyeller Vereinen (VVV, Werbering, Heimatverein, Förderverein Kirchturm) vorsichtig angegangen werden. Für Hinsbeck lässt sich auch schnell auf dem Platz vor der Sparkasse ein Brunnen in Form einer Pumpe realisieren, über eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs muss länger nachgedacht werden.

Fahrradparkplätze sollen noch 2014 in Kaldenkirchens Fußgängerbereich angelegt werden, für eine bessere Gestaltung des Marktplatzes (mehr Grün statt Poller) braucht es etwas Planungszeit. Nach Ostern findet ein Gespräch mit der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) wegen des Bahnhofsgeländes statt, teilte Fritzsche mit. Für Leuth kündigte sie intensives Nachdenken über eine Gestaltung des Petershofes an: "Die Planung kann den Platz nur einfassen, da das Schützenzelt Raum haben muss." Ob allerdings das Anbauzelt nötig sei, müsse diskutiert werden. Für die Umsetzung der Planung soll Geld aus dem Topf "Entwicklung des ländlichen Raumes" beantragt werden.

Lobberichs Innenstadt ist in den letzten Jahren neu gestaltet worden, doch wolle man den Ingenhovenpark "noch etwas besser in Szene setzen", sagte Fritzsche. Deshalb soll ein Lichtplaner engagiert werden, der "aus diesem Juwel noch mehr macht", dabei aber Sicherheitsaspekte (Schulweg) nicht vernachlässigt. Schließlich sollen Schulkinder aus Schaag schon bald besser nach Breyell kommen; dazu wird ein Radweg in der Mühlenbachaue ausgebaut — die Beleuchtung dazu muss noch bis 2015 warten.

(mme)