Regelmäßige Treffen in Netttetal Senioren machen sich fit für digitale Welt

Nettetal · „Miteinander lernen, voneinander lernen“ ist die Devise der Senior PC Freunde. Sie tauschen sich etwa über den richtigen Umgang mit Passwörtern, Bildbearbeitung und Apps aus. Wo sich die Gruppe trifft und wie man mitmachen kann.

 Bei regelmäßigen Treffen tauschen sich die Nettetaler Senior PC Freunde zu Fragen rund um den Umgang mit dem Computer aus. Vorne links: Siegmar Hamann, der Sprecher der Gruppe.

Bei regelmäßigen Treffen tauschen sich die Nettetaler Senior PC Freunde zu Fragen rund um den Umgang mit dem Computer aus. Vorne links: Siegmar Hamann, der Sprecher der Gruppe.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Der Beamer ist einsatzbereit, die Lautsprecher sind angeschlossen und die PCs startklar. Wenn sich das Kommunikationszentrum „Brücke“ der Nettetaler Pfarrei St. Sebastian in einen Medien-Raum verwandelt, dann heißt das: Die Senior PC-Freunde Nettetal richten ihr monatliches Treffen aus.

1996 wurde die Interessengemeinschaft von Herbert Ackermann und Konrad Achtert gegründet, der Kreis wurde schnell größer, sodass eine neue Gruppe in Kaldenkirchen hinzukommen sollte. Aktuell besuchen rund 30 Personen regelmäßig die Treffen. Unter ihnen befinden sich Anfänger, aber auch Kenner an digitalen Geräten. Und diese Mischung ist gewollt, denn bei den PC-Freunden gilt das Motto: „Voneinander und miteinander Lernen.“

Wenn das Leben vermehrt digital stattfindet, bleiben viele Menschen von der Daten-Autobahn abgeschnitten. Das müssen vor allem auch ältere Menschen erfahren, für die die digitalen Geräte oftmals Neuland sind. Das Ziel der Interessengemeinschaft ist, dass PC-, Smartphone- und Tablet-Nutzer im Umgang sicherer werden und vor allem auch sicher im Internet surfen. Außerdem berät die Gruppe bei Nutzungsschwierigkeiten mit den digitalen Geräten.

Die Menschen in der Interessengemeinschaft helfen sich gegenseitig und tauschen sich aus. Alle Teilnehmer können gewünschte Themen mit in die Gruppen bringen. Die Treffen sind deswegen so unterschiedlich wie ihre Besucher.

Mal erklärt Hans-Willi Lersmacher den Umgang mit einer Power-Point-Präsentation, mal informiert Willy Engels über die Erstellung eines Fotobuches. Was Siegmar Hamann, Sprecher der PC-Freunde Nettetal, feststellte: Die Themen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. „Ging es anfangs meist um Betriebssysteme und Office-Programme, so stehen heute Bildbearbeitung und Apps fürs Smartphone im Vordergrund.“ Während sich manche PC-Freunde gerne komplexeren Programmen widmen und sogar eigene Memory-Spiele erstellen, kommen andere Gruppenmitglieder nur vorbei, um zu fragen, wie man Bilder vom Handy auf den Fernseher spiegeln kann oder wie man handelt, wenn der Jugendschutz-PIN während des gemütlichen Fernsehschauens aufkommt.

Hamann betont, dass in der Gruppe alle willkommen sind, egal ob Mann oder Frau, Anfänger oder Experte und auch den „Senior“ sehe man nicht so eng. Grundsätzlich kann jeder PC-Freund als Experte sein eigenes Thema vorbereiten und bei den Treffen vorstellen, sofern sich die Zuhörer auch für dieses Thema interessieren. Willy Engels stellte beispielsweise in der Januar-Sitzung vor, wie man sichere Passwörter generieren, verwalten und sich merken kann.

Engels weiß: „Passwörter müssen kompliziert sein, damit sie nicht geknackt werden können. Trotzdem sollte man sie nur für eine Anwendung verwenden.“ Der PC-Freund stellte für die Vielsurfer und Bequemen unter den Zuhörern eine unkomplizierte Variante vor: „Wer viele verschiedene Anwendungen benutzt, der sollte einen Passwort Manager nutzen. Dort lassen sich Passwörter generieren und speichern und man muss sich nur ein schwieriges Master-Passwort merken.“ Auch Gerhard Estler stellte eine weitere Möglichkeit zur Passwort-Verwaltung vor.

„Unsere Treffen sollen zeigen, welche Möglichkeiten es gibt. Wir verlinken oftmals auch YouTube-Videos, welche die Themen genauer erläutern und bieten Workshops an, die auch bei individuellen Fragen unterstützen“, berichtet Hamann. Wichtig ist allen PC-Freunden, dass die monatlichen Treffen neben dem Wissensaustausch vor allem auch eine Eigenschaft haben: Sie sollen Freude bereiten. Deswegen bieten die Treffen bei Kaffee und Plätzchen auch genügend Zeit, um sich auszutauschen und auf den neuesten Stand zu bringen.

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