Konzert in Nettetal Schwalmtalzupfer liefern Konzert auf fast 1800 Saiten

Lobberich · Wenn es um die Mannschaftsstärke geht, sind selbst U2 und die Scorpions Waisenknaben im Vergleich zu dem Ensemble, das in Lobberich aufspielt. Fast 300 Gitarristen treten an – gemeinsam.

So sieht es aus, wenn die Schwalmtalzupfer in die Saiten greifen.

So sieht es aus, wenn die Schwalmtalzupfer in die Saiten greifen.

Foto: bigi

Die Rolling Stones brauchten für ihre Konzerte gewöhnlich noch etwas mehr Equipment als die Schwalmtalzupfer. Aber so ganz ohne ist auch nicht, was Benjamin Münten mit Unterstützung seines Vaters Erwin Münten am Sonntag, 20. August, in Lobberich auf die Beine stellen muss: eine Bühne für eine Band, einen Chor und Sitzgelegenheiten für rund 300 Gitarristen. Mit dieser Riesenbesetzung wollen die Schwalmtalzupfer ab 16 Uhr ihr Konzert auf dem Rathaus-Innenhof am Doerkesplatz bestreiten. Auf der Liste der zu spielenden Stücke stehen moderne Klassiker wie „Wind Of Change“ von den Scorpions, „Mamma Mia“ von Abba, aber auch aktuelles Material wie „Komet“ von Udo Lindenberg und Apache 207. Die Mischung aus alt und neu soll unterschiedliche Altersgruppen im Publikum ansprechen. Aber Münten ist beim Programm-Mix auch auf einer Mission: „Ich möchte neuere Musik älteren Zuhörern näherbringen und umgekehrt ältere Musik jungen.“

Klingt alles einfacher, als es ist. 300 Gitarristen zu einem Orchester formieren – da will alleine schon die Platzierung der Musiker und der Stühle für sie gut bedacht sein. Zwei Gitarristen teilen sich jeweils einen Notenständer, dürfen sich mit ihren Instrumenten nicht gegenseitig ins Gehege kommen. Deshalb muss vor allem die Platzierung der Linkshänder gut ausgetüftelt sein, damit diese nicht mit den Hälsen ihrer Gitarren dem rechtshändigen Nachbarn in die Quere kommen. Darum bekommen Linkshänder von Münten Plätze am Mittelgang oder in der äußeren rechten Reihe zugewiesen. Gemeinsam mit dem Vater, der das Orchester über Jahrzehnte geleitet hat, übernimmt Benjamin Münten das Aufstellen der Stühle höchstpersönlich. Über den Musikanten ist ein großer Fallschirm aufgespannt, als Schutz vor Regen und Sonne.

Und wie kriegt man 300 Leute musikalisch unter einen Hut? Indem Münten mit vielen Kleingruppen von fünf oder sechs und gelegentlich auch zehn bis 15 Mitgliedern die Stücke probt. „Beim Konzert bringe ich das dann wie ein Dirigent zusammen“, sagt Münten. Sowohl alle Chor- als auch alle Bandmitglieder sind des Gitarrenspiels mächtig, auch wenn sie beim Konzert andere Rollen haben. Die 300 vor ihnen sitzenden Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen haben alle mindestens ein Jahr Üben hinter sich. Nach dieser Frist sind sie reif, beim Konzert mitzuspielen.

 „Jeder soll die Chance haben, auf die Bühne zu kommen“, ist Müntens Devise. Und auch wenn der ein oder andere der jüngsten Gitarristen nur einige der Stücke aus dem Programm beherrscht, kann er mitmachen. Münten. „Für ein paar Lieder auf der Bühne zu sein, ist besser, als zuzuschauen.“

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