Nettetal: Nette-Betrieb muss Gebühren nachkalkulieren

Nettetal: Plus bei Abwasser – minus bei Friedhöfen

Die Stadt hat sich bei Gebühren für das Jahr 2017 leicht verkalkuliert. Dies wird bei den Berechnungen für die nächsten drei Jahre berücksichtigt. Der Nette-Betrieb wirtschaftet mit 56 Millionen Euro.

Für die Beseitigung des Abwassers werden im Jahr 2017 rund 11,33 Millionen Euro benötigt, hatte der Nette-Betrieb im Herbst 2016 kalkuliert. Es kamen dann 11,59 Millionen Euro in die Kasse; das Plus von 260.000 Euro darf nun aber nicht einfach als „Gewinn“ verbucht werden, sondern muss als Guthaben in die nächsten Berechnungen einfließen. Außerdem muss der Nette-Betrieb die Gebühren nachkalkulieren. Dabei stellt sich heraus, dass er nur 11,01 Millionen Euro gebraucht hätte. So erhöhte sich das Guthaben der Gebührenzahler auf 578.000 Euro, die nun zu je einem Drittel in den kommenden drei Jahren mäßigend auf die Gebühren einwirken.

Nach dieser „frohen Botschaft“ hörte der Betriebsausschuss des Nette-Betriebes aber, dass bei den Friedhofsgebühren genau das Gegenteil eingetreten ist. Zwar fiel auch hier die Nachkalkulation mit 1,04 Millionen Euro um knapp 40.000 Euro günstiger aus als zunächst angenommen, doch blieben die Einnahmen unter dem Soll, sodass eine Lücke von 125.000 Euro klafft. Diese soll nun in den Tarifen für 2020 ausgeglichen werden. Dass die Friedhofsnutzung immer teurer wird, bereitet den Politikern Sorgen, merkte Ausschussvorsitzender Hans-Willi Troost (FDP) an. Spätestens in drei Jahren will man sich darüber Gedanken machen, ob Friedhofskapellen geschlossen werden, die weniger als zehnmal im Jahr genutzt werden.

Die Gebühren-Millionen sind wiederzufinden in den 37,35 Millionen Euro an Erträgen, mit denen der Nette-Betrieb in seinem Wirtschaftsplan für 2019 kalkuliert. Ihnen stehen 36,9 Millionen Aufwendungen gegenüber, sodass mit einem bescheidenen Plus von 450.000 Euro gerechnet wird. Hinzu kommt ein ausgeglichener Vermögensplan von 18,9 Millionen Euro. Das alles darf der Betrieb mit 109,2 Mitarbeitern bewältigen, doch sind derzeit nur 100 Stellen besetzt. 2019 werden ein Ingenieur und ein/e Klimaschutzmanager/in zusätzlich eingestellt.

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Als verlängerter Arm der Stadtverwaltung setzt der Geschäftsbereich Immobilien Beschlüsse des Rates um: Erweiterung des Rathauses an der Steegerstraße in Lobberich (2,8 Millionen Euro), Neubau Lehrschimmbecken Breyell (650.000 Euro), Sanierung Werner-Jaeger-Halle (drei Millionen Euro), Waschplätze an Feuerwehrgerätehäusern in Hinsbeck und Leuth (220.000 Euro), Neubau Kita Kaldenkirchen (707.000 Euro), Bauhof-Neubau (360.000 Euro), Klimaschutzkonzept (111.000 Euro). Im Bereich Abwasser werden eine Million Euro in den Neubau eines Regenrückhaltebeckens am Königsbach in Kaldenkirchen gesteckt, 2,3 Millionen Euro stehen für Kanalbaumaßnahmen zur Verfügung.

Flexibel gibt sich der Geschäftsbereich Tiefbau, der 800.000 Euro für die Unterhaltung von Straßen, Grünanlagen, Spielplätzen und Friedhöfen an Fremdfirmen vergibt. „Optional“ sind aber auch der Straßenausbau am Altenhof (Kaldenkirchen) mit 140.000 Euro und der Radweg am Dellerweg (Leuth) mit 390.000 Euro enthalten. Für die Unterhaltung der Spielplätze stehen 110.000 statt bisher 60.000 Euro zur Verfügung, damit das mit dem Jugendamt erarbeitete Konzept umgesetzt werden kann. Hier sind auch die Zahlen für die Kosten der Straßenbeleuchtung (1,62 Millionen Euro) und die Straßenentwässerung (1,4 Millionen Euro) zu finden.

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