Instrumenten-Testtag in Nettetal Wenn Mattes zum ersten Mal ins Saxophon bläst

Nettetal-Lobberich · Geige, Querflöte, Cello – es sind unetrschiedliche und nicht immer die reinsten Töne, wenn Kinder sich zum ersten Mal auf einem Instrument versuchen. In Nettetal konnten sie jetzt viele ausprobieren. Wir haben zugehört.

 Haste Töne? Mattes (5) versucht sich zum ersten Mal am Saxophon, das Jürgen Löscher ihm gereicht hat.

Haste Töne? Mattes (5) versucht sich zum ersten Mal am Saxophon, das Jürgen Löscher ihm gereicht hat.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Nahezu ehrfürchtig hält Mattes das Saxophon, das Jürgen Löscher im gerade vorsichtig überreicht hat. „Das hat schon ein bisschen Gewicht“, sagt der Lehrer der Kreismusikschule. Er nimmt das Instrument zurück, greift zum Halsgurt, legt ihn um, benetzt das Mundstück des Saxophons mit Wasser und setzt es an. Sekunden später schwingen die ersten Töne durch den Klassenraum des Werner-Jaeger-Gymnasiums in Lobberich.

Wer im Flur der Schule steht, kann aus anderen Klassenzimmern die Klänge einer Trompete und die zarten Töne einer Querflöte hören: Die Kreismusikschule hat zum Instrumententag eingeladen. Über drei Tage verteilt bot die Musikschule an drei verschiedenen Standorten im Kreis Viersen das Kennenlernen und Ausprobieren von verschiedenen Instrumenten an. Das Angebot unter dem Motto „Hören, sehen, spielen“ stehende Angebot nutzten mehr als 100 Besucher.

In Lobberich sind es Dutzende von Menschen unterschiedlichen Alters, die von Klassenraum zu Klassenraum wandern, und sich unter fachlicher Anleitung mit den Instrumenten als auch dem Gesang beschäftigen. Einfach mal ein Instrument in die Hand nehmen und ausprobieren, wie es sich anfühlt. Töne erfahren und erste musikalische Instrumentenerfahrungen machen.

So wie Mattes mit dem Saxophon von Jürgen Löscher. Dem Jungen ist die Begeisterung über das Instrument auf der ganzen Linie anzusehen. Damit ist er nicht alleine: Kinder und auch Erwachsene genießen die Musik und hören voller Interesse zu, was Löscher über das Saxophon und die Klarinette erzählt, die der Musiklehrer ebenfalls mitgebracht hat. Denn gerade für Kinder im Alter ab fünf Jahren bietet sich „die federleichte Plastikklarinette als Einstiegsinstrument an“, erklärt Löscher.

Kein Instrument braucht man bei Maike Gomm. Das Instrument, das sie benötigt, hat jeder dabei. Es ist die Stimme. So stehen bei ihr Gesangsübungen im Mittelpunkt. Gemeinsam mit mehreren sehr jungen Besuchern hat sie das Lied „Bruder Jakob“ angestimmt.

Ein bisschen wie ein Elefantenfanfarenstoß hören sich zwei Klassenzimmer weiter die ersten Trompetenversuche an, die Musikschullehrer Sebastian Schürger begleitet. Leise Töne sind es hingegen hinter der Tür, wo Margit Behrends die Besucher an die Querflöte heranführt. Corinna Stüttgen hat indes das Cello im Gepäck.

Bei Andrea Gemsa halten derweil Florian und Felix Geige bzw. Bratsche in den Händen. Gemsa erklärt genau, wie die Instrumente an der Schulter angelegt werden und wie das Kinn anzusetzen ist. Dann folgt das Ansetzen und Streichen des Bogens. „Der Bogen ist aus Holz. Der Bezug besteht aus 200 Pferdehaaren aus dem Schweif“, erklärt Gemsa. Andachtsvoll streichen die beiden Fünfjährigen mit dem Bogen über die Seiten und strahlen, als die ersten Töne erklingen. Nicht minder begeistert sind Liv und Dina, die danach an die Streichinstrumente geführt werden. Die bunt markierten Saiten G, D, A und E erklärt Gemsa mit dem Merkspruch „Geh du alter Esel“. Die beiden Achtjährigen lachen – aber prägen sich die Tonfolge gleich ein.

„Es ist ein sehr schönes Angebot. Einfach mal selber ausprobieren ist wirklich das Beste, was es gibt“, lobt derweil die Mutter von Mattes, der sich inzwischen auch das Cello angeschaut hat und zum nächsten Instrument unterwegs ist.

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