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Nettetal: Mit dem Rollstuhl auf dem Spielplatz

Lobberich : Mit dem Rollstuhl auf dem Spielplatz

Bei einer Spielplatzbegehung stellt die SPD fest: Bei Errichtung wird nur selten an Inklusion gedacht.

Schon nach den ersten Minuten ist allen Beteiligten klar: Der Spielplatz an der Hannah-Meuter-Straße in Lobberich ist nicht barrierefrei, aus gleich mehreren Gründen. Für den Inklusionsmanager der Lebenshilfe Viersen, André Sole-Bergers, ist das nichts Neues. Er hat sich darüber schon mit Heike Meinert vom Grünflächenamt Nettetal ausgetauscht, sie wolle sich deswegen bald bei ihm melden, berichtet er.

Zu der Spielplatzbegehung lud die Vorsitzende der SPD Nettetal Tanja Jansen ein, sie will mehr für die Barrierefreiheit in der Stadt tun. Anwesend sind neben Sole-Bergers, die Vorsitzenden der Jusos Nettetal und des Kreises Viersen, Katerina Charalambakis und Lukas Maaßen, die Fraktionsvorsitzende der SPD, Renate Dyck, sowie Beisitzerin Ilse Fritzenköttel.

„Man muss ja nicht alles direkt abreißen, schon kleine Veränderungen bringen etwas“, sagt Sole-Bergers und demonstriert mit einem mitgebrachten Rollstuhl, welche Schwierigkeiten ein behindertes Kind beispielsweise bei der Schaukelnutzung hätte. Dabei müssten hier nur die Fallschutzmatten unter der Schaukel bis zum Rasen gelegt werden, sagt er. Auch die Rutsche, für deren Benutzung ein unebener Grashügel erklommen werden muss, sei für ein Kind im Rollstuhl unerreichbar, so der Inklusionsmanager. „Ich kann auch niemanden hier hoch schieben, das ist ein enormer Kraftaufwand.“ Jansen deutet auf die Grünfläche rings um den Rutschenaufgang: „Der Platz für eine Rampe bis hin zur Rutsche wäre aber da.“

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Auf dem Spielplatz ist momentan kein Gerät vorhanden, das von einem gehbehinderten Kind ohne fremde Hilfe genutzt werden kann, stellen die Besucher fest. „Dabei ist es doch sicher ein ganz anderes Gefühl für das Kind, wenn es mal niemanden um Hilfe bitten muss“, sagt Charalambakis und blickt auf einen Spiel-Bagger, der nur ein Stück weiter an der Rasenfläche hätte eingesetzt werden müssen statt mitten im Sand, um einem Kind im Rollstuhl die Benutzung des Spielgerätes zu ermöglichen. „Einfach nur einen Bagger zu versetzen, das dürfte auch keinen großen finanziellen Aufwand bedeuten“, stellt Jansen fest.

Sowohl sie als auch Sole-Bergers bedauern, dass bei dem Neubau von Spielplätzen kein Gedanke an Barrierefreiheit verschwendet würde. Man denke erst darüber nach, wenn man selbst betroffen sei. Dyck wirft ein, man könne demnächst einen Antrag bei der Stadt einreichen: „Für den Umbau eines Spielplatzes, der relativ zentral gelegen ist und sowieso überarbeitet werden muss.“ Jansen: „Das machen wir auf jeden Fall.“ Damit wäre ein guter Anfang gemacht.

(ala)