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Nettetal: Michael Rauterkus ist seit einem Jahr neuer Beigeordneter

An der Spitze der Verwaltung : Die Herausforderungen angenommen

Michael Rauterkus ist seit dem 1. April 2019 Erster Beigeordneter der Stadt Nettetal. Der promovierte Chemiker ist über Umwegen in die Kommunalverwaltung gekommen. So will er das Ziel erreichen, Nettetal weiter nach vorne zu bringen.

Bei seiner Wahl erhielt er im Rat 27 von 41 Stimmen. In der geheimen Wahl enthielten sich elf Ratsmitglieder beim Kandidaten mit CDU-Parteibuch. Seit dem 1. April 2019 ist Michael Rauterkus in Nettetal im Amt und hat bereits viel umgesetzt.

Heute kann er auf eine große und breite Zustimmung im Rat bauen, zumindest bei den meisten Fraktionen. Seine fachliche Kompetenz kommt an, aber auch der Umgang mit den Mitarbeitern im Rathaus hat ihm positive Rückmeldungen eingebracht. Auf jeden Fall sieht er Nettetal nicht als Zwischenstation oder als Sprungbrett für irgendwas anderes, er sieht seine Arbeit für die Stadt langfristig. Über seine Wiederwahl wird erst in sieben Jahren entschieden – sozusagen vom übernächsten Stadtrat, schiebt Rauterkus hinterher. Heute jedenfalls bräuchte er sich keine Sorgen um seine Wiederwahl machen. In der Politik gilt er als starker Beweger, der vieles nach vorne bringt und die neue Struktur der Verwaltungsspitze von Bürgermeister Christian Wagner (CDU) entscheidend mitträgt und umsetzt. Rauterkus soll Wagners Wahl gewesen sein, und das muss ja nicht von Nachteil sein.

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Dabei ist er ein Exot im Rathaus. Er ist weder Jurist noch Techniker, sondern ein promovierter Chemiker, der über Umwege in die kommunale Verwaltung geriet. Zuerst wechselte der Chemiker aus dem Labor in die Verwaltung eines Hamburger Pharmaunternehmens. Von dort ging er in die Öffentlichkeitsarbeit des Hamburger Umweltministeriums. Berufsbegleitend qualifizierte er sich für den höheren Dienst und war jahrelang in der Hamburger Verwaltung in Führungspositionen tätig. So war er etwa zuständig für die Überführung des Immobilienmanagements in einen Eigenbetrieb, leitete  das Fachamt für Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt bei der Bezirksverwaltung in Hamburg-Wandsbek. Zuständig war er dabei auch für die Umsetzung des europäischen Klimaschutzkonzeptes. „Es waren 15 schöne Jahre in Hamburg“, meint er.

Von der Elbe an die Nette, von der Elbphiharmonie zur Werner-Jaeger-Halle? Den Grund für einen Wechsel an den Niederrhein gab seine Frau Ilka von der Stein, die in Mönchengladbach lebt. Als bessere Alternative zur Fernbeziehung bot sich ein beruflicher Wechsel nach Nordrhein-Westfalen an. Rauterkus bewarb sich auf die Stellenausschreibung in Nettetal, weil er nicht nur die Aufgaben interessant fand, sondern auch den Umstand, dass eine neue Struktur entwickelt wurde, um die Aufgaben einer Verwaltung zu strukturieren. Es war keine 1:1-Nachbesetzung nach dem Weggang des Ersten Beigeordneten, sondern die Karten wurden neu gemischt. Zumal das technische Dezernat nicht wieder neu besetzt wurde. Gebürtig aus Dülmen im Münsterland, wurde er in einer mit Nettetal vergleichbar großen Stadt sozialisiert. Seine Eltern freuten sich, das ihr Sohn ihnen wieder etwas näher rückt.

Ein Lieblingsprojekt hat er nicht. Aus Prinzip, weil er kein anderes links liegenlassen will. Jedes Projekt fordere ihn voll und ganz: Allein die Immobilienprojekte Schwimmbad, Werner-Jaeger-Halle und drei neue Kitas in den nächsten drei Jahren, dazu die Suche nach neuem Personal, den Ausbau der Ausbildung, das Vorantreiben von E-Government. Auch der Umbau des Rathauses treibt ihn um. Die Tür steht nicht nur wegen Corona-Zeiten meistens offen, sondern auch für seine Mitarbeiter. In der Regel gibt es bei Anfragen am nächsten Tag einen Termin.