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Nettetal: Lottogewinn stürzt alle in einen Abgrund der Gefühle

Kultur in Nettetal : Lottogewinn stürzt alle in einen Abgrund der Gefühle

Mit der französischen Komödie „Nein zum Geld“ eröffnete Nettekultur im Seerosensaal die Theatersaison 2021/2022. Im Stück von Flavia Coste löst ein möglicher Lottogewinn von 162 Euro eine wahre Lawine von Gefühlen aus.

Mit einer pfiffigen und rabenschwarzen Komödie hat die Nettekultur die Theatersaison 2021/22 eröffnet. „Nein zum Geld“ der französischen Autorin Flavia Coste in einer Inszenierung des Renaissance-Theaters Berlin war intelligente Unterhaltung, die das Publikum eine gute Stunde lang fesselte. Ein fabelhaftes Stück, eine wohlkalkulierte Inszenierung, sehr gute Schauspieler und ein beeindruckendes Bühnenbild – beste Voraussetzungen für einen schönen Theaterabend.

Aus dem Seerosensaal wurde das Publikum in eine Mansardenwohnung in Limoges versetzt. Dort wurde ein Abendessen zu viert vorbereitet. Ein junges Ehepaar, Richard Carré (Boris Aljinovic) und Claire (Janina Stopper), gerade frisch Eltern geworden, hatte eingeladen: Rose (Erika Skrotzki), die Mutter des jungen Vaters, und Etienne (Michael Rotschopf), sein Freund und Geschäftspartner des Architekten, treffen zusammen. Das Bühnenbild von Manfred Gruber versetzt uns in eine klinisch weiße Wohnwelt, in der die großen und kleinen Lebenslügen umso deutlicher seziert werden können. „Nein zum Geld!“ macht schon im Titel neugierig, gerade in einer Welt, in der Geld scheinbar alles bedeutet. Autorin Flavia Coste setzt dabei einen Knalleffekt ein: Aus Sentimentalität gegenüber seinem verstorbenen Vater hat Richard jahrelang Lotto gespielt. Jetzt hat er 162 Millionen gewonnen – und will sie nicht haben, weil er zufrieden mit seinem Leben ist. Die anderen aber wollen das Geld. Am letzten Tag der Gültigkeit des Scheins entbrennt ein heißer Kampf. Zuerst fallen die Masken, alle rechnen miteinander ab. Die Aussicht aufs große Geld bringt die Gefühle durcheinander. Am Ende liegt Richard tot auf dem Boden. Ohne ein Bedauern brechen die anderen zu neuen Ufern auf.