Uralter Bauernhof in Nettetal Quinkertzhof erhält Fördermittel für „gläsernen“ Kuhstall

Nettetal-Lobberich · Ein Zuschuss aus Landes- und Bundesmitteln hat geholfen, dass der Betrieb im Sassenfeld in Lobberich jetzt sein Erlebnisprogramm für Besucher erweitern konnte.

 Ulrike Cronen von der Tourismus-Abteilung der Stadt Nettetal (l.) ging beim Rundgang über den Quinkertzhof mit Ricarda Tobrock auf Tuchfühlung mit den Kühen.

Ulrike Cronen von der Tourismus-Abteilung der Stadt Nettetal (l.) ging beim Rundgang über den Quinkertzhof mit Ricarda Tobrock auf Tuchfühlung mit den Kühen.

Foto: Stadt Nettetal

Jakob Quinkertz könnte es sicherlich nicht fassen, könnte der Erbauer des Quinkertzhofes im Sassenfeld noch einmal auf Erden wandeln und sich anschauen, was aus dem Betrieb geworden ist. Melkroboter, die die Milch von rund 200 Kühen abnehmen, ein „Spaltenschieber“ der mehrmals täglich den Spaltenboden reinigt, auf dem die Tiere stehen – und Kindergeburtstage werden auf dem Hof auch noch gefeiert! Unvorstellbar im Jahr 1473, als Jakob Quinkertz den Hof errichtete.

Der Betrieb steht natürlich längst nicht mehr im Originalzustand, hat Feuer, Um- und Neubauten erlebt und kürzlich auch einen „gläsernen Kuhstall“ bekommen, heißt: ein Besuchergang mit Glasfront, durch den Kuhhalter und Besucher den Kühen und dem Roboter beim Melkvorgang zusehen können. Ein Projekt, das nach Angaben der Stadt Nettetal unter anderem mit Mitteln aus dem Leader-Förderprogramm finanziert wurde.

Die Leader-Region ist ein Verbund der Kommunen Geldern, Kevelaer, Straelen und Nettetal, dessen Regionalbudget das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund mit Fördermitteln speisen. „Diverse Sitzmöglichkeiten, ein Schmetterlingsgarten, eine Schutzhütte und Infotafeln wurden ebenso über das Leader-Förderprogramm ermöglicht und steigern den Erlebniswert auf dem Quinkertzhof“, so die Stadtverwaltung.

Der Milchviehbetrieb wird seit mehr als 20 Jahren von Ralf und Ricarda Tobrock bewirtschaftet. Unterstützung erhält das Ehepaar von seinen drei Söhnen. Während der älteste Sohn Jan sich für ein BWL-Studium entschied, begannen Tim und Philipp eine landwirtschaftliche Ausbildung.

Auf dem Quinkertzhof sind heute nicht nur Kühe zu finden, sondern auch zwei Pferde, Hühner, Enten, Ziegen, ein Schaf, drei Katzen und ein Hund. „Der kleine Streichelzoo ist auch Teil des Projektes ,Bauernhoferlebnispädagogik’ für Kindergärten, Schulklassen und Behindertengruppen“, sagt Ricarda Tobrock, die als gelernte Sozialpädagogin das Projekt betreut.

Der Quinkertzhof wird besonders am Wochenende stark besucht. Dazu trägt bei sonnigem und warmem Wetter auch ein Automat mit selbst produzierten Eis vom Hinsbecker Königshof bei. Wer länger auf dem Quinkertzhof bleiben und Nettetals Natur erkunden möchte, kann einen Aufenthalt in einer Ferienwohnung für bis zu vier Personen buchen. Auf Wunsch können dabei auch verschiedene Elemente aus dem „Lernort Bauernhofprogramm“ hinzugebucht werden. Was es alles zu erleben gibt, konnte kürzlich Ulrike Cronen von der städtischen Tourismusabteilung bei einem Besuch auf dem Quinkertzhof erfahren. Sie war bei der Geburt eines Kälbchens dabei.

(hh)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort