Initiative in Nettetal Heimatvereine fordern Fonds – Stadt hat kein Geld

Nettetal · Manche Gegenstände oder Gebäude von historischem Wert seien restaurierungsbedürftig, finden Nettetaler Heimatvereine. Sie haben die Stadt gebeten, einen speziellen Fonds dafür einzurichten. Verwaltung und Politik haben eine Entscheidung gefällt.

 Der rechte Arm der Engelstatue auf dem städtischen Friedhof in Kaldenkirchen ist aufgerissen.

Der rechte Arm der Engelstatue auf dem städtischen Friedhof in Kaldenkirchen ist aufgerissen.

Foto: Holger Hintzen

Die Unterschriften kommen aus Kaldenkirchen, Lobberich, Breyell und auch ein Vertreter der Hinsbecker VVV hat seinen Namenszug unter einen gemeinsamen Antrag Nettetaler Heimatvereine gesetzt. Das Anliegen: Die Stadt möge doch einen Fonds einrichten und mit Geld versehen, das zur Restaurierung von Gegenständen, Gebäuden, Grabstätten oder anderer erhaltenswerter Dingen genutzt werden kann. Denn davon gebe es im Stadtgebiet einige, die nicht in gutem Zustand seien und einer Pflege bedürften, finden die Vereine. Als Beispiele nennen sie in ihrem Antrag: Auf dem städtischen Friedhof in Kaldenkirchen steht am Eingang eine Engel-Statue, deren rechter Arm aufgerissen ist und restauriert werden müsste. Auf dem ehemaligen katholischen Friedhof Ecke Bahnhofstraße/Kanalstraße in Kaldenkirchen, der heute eine Parkanlage ist, ist ein alter Grabstein umgestürzt. Ein Steinmetz sei bereit, sich darum zu kümmern. Die Frage sei: Wer bezahle dafür?

Die Bedeutung der genannten und anderer Objekte will die Stadt nicht bestreiten. Dennoch ist der Kulturausschuss des Stadtrates ihrem Vorschlag gefolgt, den Antrag der Heimatvereine abzulehnen. „Eine Mittelbereitstellung für die Pflege und die Erhaltung scheidet aufgrund der schwierigen Haushaltslage der Stadt gegenwärtig aus. Die Stadt befindet sich im Frühjahr 2024 in Verhandlungen zur Haushaltskonsolidierung, sodass im Bereich freiwilliger Leistungen die Bereitstellung zusätzlicher Mittel nicht vertretbar ist“, lautete die Begründung. Hinzu komme, „dass gegenwärtig insbesondere im Kulturamt keine fachlichen Ressourcen zugeordnet sind, die diesen Fond inhaltlich und organisatorisch begleiten kann. Insoweit bleibt es künftigen Haushaltsberatungen und einer strukturellen Neuausrichtung des Kulturamts vorbehalten, Ressourcen für diese und vergleichbare Themen bereitzustellen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheidet dies aus.“

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die Stadt nicht um die von den Vereinen genannten Beispiel-Fälle kümmern will. Der umgekippte Grabstein auf dem ehemaligen Friedhof solle wieder hergestellt werden, erklärte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Redaktion, die Stadt sei allerdings im Austausch mit den Nachfahren des Toten, ob diese den Stein vielleicht versetzen wollen. Wegen einer Restaurierung der Engel-Statue auf dem städtischen Friedhof habe die Stadt Kontakt mit Experten des Landschaftsverbands Rheinland aufgenommen, um sich kundig zu machen, wie eine Restaurierung aussehen könnte.

(h-h)
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