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Nettetal hat Interesse an der Landesgartenschau 2026 in Grefrath

Nettetal : Grünes Band von Breyell nach Lobberich

Am 17. April wird in Kamp-Lintfort die Landesgartenschau 2020 eröffnet. Doch schon jetzt geht es um künftige Gartenschauen. Eine Machbarkeitsstudie des Kreises läuft für die Gemeinde Grefrath und ihre Nachbarn. Auch Nettetal hat für 2026 Interesse bekundet. Am Montag gibt es dazu ein Treffen.

Für kommenden Montag hat die Gemeinde Grefrath zu einem Expertengespräch zur Landesgartenschau geladen. Zusammen mit den Vertretern der umliegenden Städte will man darüber sprechen, was man gemeinsam für die Bewerbung zur Landesgartenschau 2026 machen kann. Für Nettetal wird Hans-Willi Pergens, Zentralbereichsleiter Wirtschaft und Marketing, teilnehmen.

Auch wenn sich alles noch in einem frühen Stadium befindet, ist grundsätzlich klar, dass die Schau dezentral sein soll. Auch andere Städte und Gemeinden können und werden sich beteiligen. In der direkten Nachbarschaft kommt die Stadt Nettetal ins Spiel. Ursprünglich wollte sich die Stadt sogar selber bewerben. Im Blick hatte man das Gelände zwischen Lobberich und Breyell am Windmühlenbruch und am Nettebruch. Doch schon längst geht bei den Landesgartenschauen nicht bloß um blühende Wiesen, sondern um die nachhaltige Entwicklung von Brachflächen. In Kamp-Lintfort, der aktuellen Landesgartenschau-Stadt, ging es um die Überplanung und Rekultivierung des ehemaligen Zechengeländes. Für die Gartenschau sollten deshalb auch die Industriebrachen „Rötzel“ in Breyell und „Pierburg“ in Lobberich einbezogen werden. Für das Rötzel-Gelände gibt es bereits einen Bebauungsplanentwurf mit Varianten, der eine Querachse zwischen Biether Straße und Josefstraße vorsieht. Dabei solle auch der Bahnhof, der aktuell nur ein Haltepunkt ist und direkt an das Brachgelände angrenzt, aufgewertet werden, etwa mit einer Bushaltestelle. Die Fläche der Industriebrache „Rötzel“ ist heute im Besitz des iranischen Stahlkonzerns Ascotec. Christian Rötzel hatte die Stahlwalzwerke 1934 gegründet und war viele Jahrzehnte Breyells größter Arbeitgeber. 1999 ging das Werk in Konkurs. Ascotec übernahm die Produktionsstätte, konnte sie aber nicht retten. 2002 wurde die Fabrik endgültig geschlossen. Wegen der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran sind alle Pläne dort vorerst auf Eis gelegt.

Das Konzept, mit dem sich die Nettetaler um die Landesgartenschau bewerben wollten, sah einen Grünbogen vom Areal am Breyeller Bahnhof über den Quellensee, Onnert und Windmühlenbruch bis zum Ingenhovenpark und dem Industriegelände Pierburg in Lobberich vor. Lobberich und Grefrath sind über den Bahnradweg miteinander verbunden, natürlich klimaneutral. Sollte sich Rötzel nicht mit einbeziehen lassen, will die Stadt rund um den Bahnhof im Rahmen des Maßnahmenplans 18-23 eigene Ideen entwickeln.

In Sachen Landesgartenschau bleibt noch viel Zeit. Die Bewerbungsunterlagen müssen bis zum 1. November 2021 abgegeben werden. Ob der Kreis Viersen den Zuschlag bekommt, entscheidet sich dann im Laufe des Jahres 2022. Die Machbarkeitsstudie, die jetzt erstellt wird, gibt lediglich den Rahmen vor, wie die Landesgartenschau ausgestaltet werden könnte. Interessant wird die Frage, ob sich noch andere Kommunen um die Landesgartenschau 2026 bewerben. Grefrath hat bereits 1970 eine Landesgartenschau ausgerichtet. Dass eine Kommune zum zweiten Mal den Zuschlag erhält, wäre bisher ein Novum. Auf jeden Fall bringe eine Landesgartenschau 500.000 bis 600.000 Besucher in die Region, so Tourismusberater Christian Rast.