Nettetal: Nettetal gehen Schüler aus

Nettetal: Nettetal gehen Schüler aus

Die politische Diskussion um wieder 98 von der Gesamtschule abgewiesene Kinder übertüncht ein anderes Problem: In absehbarer Zeit kämpfen weiterführende Schulen um ihr Überleben. Ein Bündnis für Schule muss alles richten.

Die Diskussion im Schulausschuss wogte wieder hin her: 98 Kinder musste die Gesamtschule fürs kommende Schuljahr zurückweisen. Sie werden ihr Glück jetzt an Real- und Hauptschulen suchen. Politisch gab es die jedes Jahr neue Diskussion: Die SPD und die Grünen fordern eine weitere Gesamtschule in Nettetal, die CDU und die FDP lehnen sie ab. Jeder hat seine Argumente, und jeder bringt seine Erfahrung in den bildungspolitischen Schlagabtausch mit ein. Und wenn's die Erinnerung an eigene Schulzeiten ist. Immerhin das.

Der Frage, ob sich die Stadt auf Dauer ein Gymnasium, eine Gesamt-, eine Real- und zwei Hauptschulen leisten kann, gingen die Politiker im Schulausschuss geflissentlich aus dem Weg. Der Schülerschwund wird immer offensichtlicher. Mit Wucht wird er in wenigen Jahren die Stadt ereilen. Vorzeichen spüren die bei aller hervorragenden Arbeit die weiterhin ungeliebten Hauptschulen: Kaldenkirchen verzeichnete 17, Lobberich sechs direkte Anmeldungen. Hinzu kommen jetzt 23 abgewiesene Gesamtschüler in Kaldenkirchen und 20 in Lobberich. Damit wird Lobberich nun einzügig.

Die Politik rechnet – anders

Im Ausschuss wurde dagegen vor allem quer gerechnet. Die SPD wirft den Gegnern einer weiteren Gesamtschule vor, sie nähmen Kindern Bildungschancen bis hin zum Abitur und enthielten diesen Schatz, den es nur zu heben gelte, der Wirtschaft vor. Die aber benötige gut ausgebildete und schulisch vorbereitete Nachwuchskräfte, also schade eine Negativeinstellung zur Gesamtschule der Volkswirtschaft.

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Dem hält die CDU entgegen, dass rein rechnerisch zwar noch eine Gesamtschule gebildet werden könnte. Das aber bedeute das Ende von Haupt- und Realschule in Nettetal, weil denen durch den Schülerschwund noch früher der Nachschub fehle. Außerdem sei der Querschnitt des Bildungspotenzials dieser Schüler, das ergäben die Empfehlungen der abgebenden Grundschulen, nicht geeignet, eine funktionierende Oberstufe zu gewährleisten.

Von verpassten Bildungschancen könne keine Rede sein, sagen die weiterführenden Schulen. Das System sei so durchlässig geworden, dass tüchtige Kinder von der Haupt- zur Real-, oder der Realschule zum Gymnasium wechseln könnten. Die Oberstufen an Gymnasium und Gesamtschule nähmen Schüler mit entsprechenden Abschlüssen nach Klasse 10 auf.

So setzt die Mehrheit im Ausschuss darauf, dass das "Bündnis für Schule" die Rahmenbedingungen liefert, die Nettetals Schülern eine glückliche und erfolgreiche Bildungszukunft bescheren.

FRAGE DES TAGES

(RP)