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Nettetal: Für Frieden und Verständigung im Kleinen

Städtepartnerschaft Nettetal und Elk : Für Frieden und Verständigung im Kleinen

Der Partnerschaftsverein wurde vor mehr als 20 Jahren gegründet, als Nettetal Partnerstadt von Elk, dem ostpreußischen Lyck wurde. In der Corona-Pandemie waren fast alle Aktivitäten ausgesetzt.

Der Partnerschaftsverein ist wieder da. Nachdem in der Corona-Pandemie keine Treffen und Aktionen möglich waren, bringt sich der Verein jetzt mit einem Mitgliederfest wieder in Erinnerung. Damit wird das Feiern des 20-jährigen Bestehens des Vereins nachgeholt. Das Fest war 2020 um ein Jahr verschoben worden. Am 24. August 1999 wurde in Nettetal die Partnerschaft mit der polnischen Stadt Elk, vor 1945 das ostpreußische Lyck, besiegelt und im Juni 2000 in Elk bestätigt. In der Stadt an den masurischen Seen ist auch der Schriftsteller Siegfried Lenz geboren. Heute ist er Ehrenbürger der polnischen Stadt, die in Erinnerung an ihn einen Literaturwettbewerb ausrichtet.

Beim Fest im „Schänzchen“ in Breyell waren polnische Fähnchen aufgestellt. Aus der 1400 Kilometer entfernten Partnerstadt kam der Direktor des Historischen Museums, Raffal Zytyniec. Er hielt den Festvortrag über seine Heimatstadt. Der Stadtpräsident und eine Delegation aus dem Rathaus hatten sich entschuldigt, die kurzfristig anberaumte Feier kollidierte mit aktuell anstehenden Terminen zur Haushaltsberatung.

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Vorsitzende Renate Dyck lässt sich nicht entmutigen. Sie wirbt für die Partnerschaft mit dem polnischen Elk und hofft, dass sich weitere Nettetaler im Partnerschaftsverein engagieren. Durch Corona sind die Aktivitäten und der Austausch etwas ins Hintertreffen geraten, um so mehr will Dyck jetzt durchstarten. Die Partnerschaft mit Dyck ist ihr ein Herzensanliegen. Rückblickend auf 20 Jahre denkt sie an viele intensive Begegnungen. Der Stadtsportverband hat viele sportliche Wettkämpfe ausgetragen, ausdrücklich dankte Renate Dyck hier Willi Wittmann und seinen Teams. Einen musikalischen Austausch gab es mit dem Orchester am Werner-Jaeger-Gymnasium, zunächst unter Leitung von Albert Monod und seit mehreren Jahren von Yvonne Herter. Ein kleines Quartett mit Mitgliedern dieses Orchesters umrahmte auch die Feierstunde. Aus Elk gab ein sehr guter Chor Konzerte in Nettetal, die Besuche waren sehr geschätzt.

Eine Taufpatin des Partnerschaftsvereins war Antje Kleinewefers, die jetzt dem Verein und seinen polnischen Partnern herzlich gratulierte. Die Stiftung ihres Vaters Paul Kleinewefers, heute die Adelbert-Stiftung, stand damals vor 20 Jahren Pate bei der Gründung der Partnerschaft mit Elk. Die Stiftung setzt sich für ein geistig-kulturelles Zusammenwachsen Europas ein und hat dabei vor allem Ost- und Mitteleuropa im Blick. Der aktuelle Vorsitzende der Adelbert-Stiftung, der Landtagsabgeordnete Marcus Optendrenk, war ebenfalls zur Feier gekommen. Antje Kleinewefers schrieb in ihrem Brief an die Vorsitzende Dyck: „Polen und Deutsche haben einander besser kennengelernt und arbeiten gemeinsam für den Frieden in Europa.“

Zum besseren Kennenlernen trug auch der Vortrag von Raffal Zytyniec, Direktor des Historischen Museums Elk/Lyck. bei. „Durch unsere Aktivitäten möchten wir einen Raum des Dialogs mit der Geschichte schaffen, der für das facettenreiche und multikulturelle Erbe von Elk und Masuren offen ist.“ In vier Jahren wird Elk das 600-jährige Bestehen begehen. Die Geschichte der Siedlung ist ein Geflecht aus dem baltischen Volksstamm der Pruzzen, dem Deutschen Orden sowie den Masuren. Nach der Reformation wurden die polnisch sprechenden Masuren Protestanten. Im ersten Weltkrieg wurde Lyck dreimal von russischen Truppen besetzt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges marschierte die Rote Armee in eine menschenleere Stadt ein.

(hb)