Ehemaliger Gemeindedirektor von Hinsbeck Ernst Herfs feiert 100. Geburtstag

Hinsbeck · Der frühere Hinsbecker Gemeindedirektor und spätere Beigeordnete der Stadt Nettetal wird am 23. September 100 Jahre alt. Welche Projekte er auf den Weg gebracht hat und was er als „die schönste Zeit in meinem Leben“ bezeichnet.

 Am 23. September feiert Ernst Herfs runden Geburtstag.

Am 23. September feiert Ernst Herfs runden Geburtstag.

Foto: Heinz Koch

Ernst Herfs war in der Hinsbecker Bevölkerung beliebt, bei ihm fühlte man die Gemeinde und sein persönliches Anliegen in guten Händen. Nun wird der frühere Hinsbecker Gemeindedirektor und spätere Beigeordnete der Stadt Nettetal 100 Jahre alt. Geistig ist der Jubilar noch sehr rege, sein Wissen und seine Erinnerungen an seine aktive Zeit sind enorm.

Ernst Herfs wurde am 23. September 1923 in Hilden bei Düsseldorf geboren. Nach der Soldatenzeit in Russland arbeitete er 15 Jahre bei der Bezirksregierung im Sozial-, Bau- und Finanzdezernat. Hier lernte er auch seine Frau Margrit Herbert kennen, geheiratet wurde am 30. August 1948. Aus der Ehe entstammt die Tochter Astrid. 2008 konnte das Paar noch die Diamantene Hochzeit feiern. Zwei Jahre später starb Margrit Herfs.

Beruflich suchte Herfs eine Herausforderung außerhalb der Bezirksregierung. Am 1. August 1961 wurde er vom Hinsbecker Rat zum Gemeindedirektor gewählt. „Hier konnte ich die Früchte meiner Arbeit direkt sehen“, so Herfs, wobei er betont, dass er auf den Arbeiten seines Vorgängers Mathias Janßen aufbauen konnte. In Hinsbeck war er daneben bis zur kommunalen Neuordnung Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Darüber hinaus war er 25 Jahre lang Vorsitzender der Hinsbecker Jagdgenossenschaft, deren Ehrenvorsitzender er heute ist.

Schwerpunkt seiner Zeit als Gemeindedirektor waren der Straßen- und Wegeausbau und die Erschließung neuer Wohngebiete. Weitere wichtige Aufgaben waren der Ausbau des Schulzentrums und der Sportanlagen, auch der Bau einer Altentagesstätte, der ersten im Kreis Viersen. Bei der Bildung der Stadt Nettetal 1970 hatte Hinsbeck dank seiner Initiativen die bestausgerüstete Wehr im Stadtbereich. Gerne erinnert er sich an die interessanten und kritischen Begebenheiten dieser Zeit. „Es war die schönste Zeit in meinem Leben“, so Herfs heute.

Mit der Bildung der Stadt Nettetal wurde er ihr Beigeordneter, mit dem Geschäftsbereich Schulamt, Jugend- und Sozialamt sowie Ordnungs- und Meldeamt. Einer der Höhepunkte dieser Zeit war für ihn der Bau der Werner-Jaeger-Halle, die damals nach dem Willen der Stadt Lobberich zunächst nur als Aula ausgebaut werden sollte. Herfs sorgte mit dafür, dass die Pläne geändert und das Haus zum Theater erweitert wurde. „Ich bin froh, dass dieses architektonisch interessante Gebäude renoviert wird und damit erhalten bleibt“, betont er. Nach zwölf Jahren als Beigeordneter ging er am 17. April 1982 in den Ruhestand. Herfs lebt weiterhin in seinem Haus in Hinsbeck. Seit dem Tod seiner Frau kehrt er, um den Kontakt zu seinen Mitmenschen zu erhalten, täglich zum Essen in Restaurants der Umgebung ein.