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Nettetal: Die 40 Mitarbeiter im Winterdienst leisten einen Knochenjob

Winterzeit in Nettetal : Der Winterdienst leistet einen Knochenjob

Viel Arbeit bereitet das Winterwetter dem Bauhof von Nettebetrieb. Um 4 Uhr startet der Winterdienst am Baubetriebshof in Lobberich. Die Räumfahrzeuge sind zurzeit oft bis Mitternacht im Einsatz.

In den sozialen Medien hat es viele Klagen über nicht geräumte Straßen in Nettetal gegeben. Der heftige Wintereinbruch stellt das Team des Bauhofs trotz guter Vorbereitung und minutiöser Planung vor manche Herausforderung. „Am Dienstag ist ein Unimog ausgefallen, die Kupplung musste erneuert werden“, nennt Betriebsleiter Ingo Willmann-Russ ein Beispiel für einen Engpass. Mit zwei Dutzend Fahrzeugen – darunter vier Großfahrzeuge, zwei Unimogs und vier Kleinschlepper – ist der Baubetriebshof gut ausgestattet.

Christian Motten ist einer der Straßenwärter. Seine fünfjährige Tochter und seine Ehefrau sieht der 33-Jährige zurzeit nicht so häufig. Der Brüggener ist seit dem Frosteinbruch im Winterdienst der Stadt Nettetal im Einsatz. Um 2.30 Uhr klingelt der Wecker. Spätestens um 3.30 Uhr ist der gebürtige Lobbericher auf dem Baubetriebshof des Nettebetriebs zwischen Windmühlenbruch und Möbel Busch. Ein paar Minuten später startet der Straßenwärter den Winterdienst-LKW, befüllt ihn am Streusalz-Silozug mit Salz und Sole, dann macht er sich bei klirrender Kälte und Dunkelheit auf seine Route.

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„Als erstes sind die Hauptstraßen dran, Kategorie 1, damit der Verkehr störungsfrei fließen kann“, beschreibt der Amateurfußballer seinen Einsatz. Wie in seinem Heimatverein SuS Schaag, wo er in der ersten Mannschaft das Tor hütet, sorgt der 1,82-Meter-Mann dafür, dass die Gefahr vor seinem Blickfeld eingedämmt wird. Die Gefahr – das sind momentan Temperaturen von bis zu minus 20 Grad, vereiste Straßen, Schneeberge, halb auf der Straße abgestellte Autos und ungeduldige Drängler.

„Dieser Einsatz ist grenzwertig“, sagt der 33-Jährige, seit 2006 bei der Stadt Nettetal beschäftigt, mit noch erstaunlicher Frische. Denn seine Einsätze enden nicht mit der Zeitschaltuhr. Teilweise sind er und seine 40 Kollegen im Winterdienst bis Mitternacht auf dem Wagen. „Allein am vorigen Sonntag waren wir von 4 bis 21 Uhr im Einsatz.“  Innerhalb einer Woche haben die Schneekämpfer in Gelb nun etwa 3500 Akkordstunden auf dem Buckel. Wie in einer guten Elf, so steht man diese Einsätze nur mit Teamgeist und einer guten Mannschaft durch, betont Christian Motten.

Das bestätigt Ingo Willmann-Russ, der Leiter des Nettetealer Baubetriebshofs. „Unsere Leute leisten seit Tagen einen Knochenjob. Das ist sowohl physisch als auch psychisch sehr belastend“, sagt der 55-Jährige, der erst seit einigen Wochen den Betrieb an der Breyeller Straße 108 zwischen Lobberich und Breyell führt. „Mit dem 2018 neu gebauten Bauhof spielen wir Champions-League“, sagt der gebürtige Gelsenkirchener.

Durch das anhaltende kalte Wetter entsteht ein neues Problem: Der Hochsilo fasst zwar mehr als 100 Tonnen Salz. „Aber der Nachschub lässt auf sich warten, da zurzeit alle Kommunen hohen Materialbedarf an Streugut haben“, so Betriebsleiter Willmann-Russ.