Nettetal: Bürger fordern eine Tempo 30-Zone für ganz Hinsbeck

Autoverkehr in Hinsbeck : In ganz Hinsbeck nur noch „Tempo 30“?

Diese Forderung erhoben Bürger bei der „Nette-Runde“ mit Bürgermeister Christian Wagner. Ob sie durchgesetzt werden kann, ist fraglich: Bei einigen Straßen ist der Kreis Viersen Straßenbaulastträger.

Autofahrer bewegen sich zu schnell durch den Ort – das ist der Eindruck vieler Hinsbecker, die dies teilweise lautstark und sehr bestimmt bei der „Nette-Runde“ mit Bürgermeister Christian Wagner (CDU) im Parkstübchen zum Ausdruck brachten. In ihren Augen ist „die Verkehrssicherheit in Hinsbeck nicht mehr gegeben“. Ihre Forderung: überall „Tempo 30“ einrichten.

„Morgens zwischen sechs und halb sieben brettern die Lastwagen schon über die Landstraße“, klagte eine Anwohnerin, „das ist eine Katastrophe“. Dass auf der Straße auch immer wieder Personenwagen parken, „die dort gar nicht zu stehen brauchten“, ärgert sie wegen des zusätzlichen Lärms, der durch Stoppen und Anfahren der Autos bei Gegenverkehr entstehe. Ihr Radikalvorschlag: Parkverbot und „Tempo 30“ auf der Landstraße.

Dass dies nicht so einfach zu realisieren sei, weil die Landstraße (und weiter auch Markt und Wankumer Straße) eine Kreisstraße seien, wurde dem Bürgermeister nicht abgenommen, denn auch in Boisheim oder Brüggen gebe es „Tempo 30“-Abschnitte auf Hauptverkehrsstraßen: „Warum geht das hier nicht?“ Auch den Hinweis auf die unterschiedlichen Zuständigkeiten (Kreis und Polizei für den fließenden Verkehr, Stadt für Parkverbote) wollten die Bürger nicht gelten lassen. So hieß es schließlich von der Verwaltungsbank: „Wir kümmern uns darum.“ „Bretternde Autos“ hatten Bürger auch auf der Oberstraße beobachtet, die vom Ortskern auf die Höhen zur Jugendherberge führt. Dort komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn sie über 30 Kinder zur Bushaltestelle begleite, berichtete eine Lehrerin der Förderschule West, die auf der Schomm neben der Katholischen Grundschule untergebracht ist. Hier herrsche ohnehin oftmals Chaos, wenn „viele Helikoptereltern morgens ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen“, wie Ortsvorsteher Heinrich Ophoves vielfach feststellte. Vor acht Jahren hatte er bei einer Stichprobe 15 Privat-„Schulbusse“ festgestellt, aber „heute seien es bereits 31“ Autos. Die Stadtverwaltung erkannte „Handlungsbedarf“.

In den Hinsbecker Wohngebieten sind „Tempo 30“-Zonen eingerichtet, nur auf den „Durchgangsstraßen“ von Lobberich nach Wankum und Leuth nach Grefrath und einigen Nebenstraßen darf bis 50 km/h gefahren werden.

Dagegen ist ganz Leuth, wie Hinsbeck Erholungsort genannt, bereits eine „Tempo 30“-Zone – bis auf die Kreisstraße 3 (Buscher Weg/Hampoel); doch auch für rund 90 Prozent dieser Straßen sei „Tempo 30“ angeordnet worden, weil Turnhalle/Feuerwehr und die Grundschule an ihnen liegen.