Nettetal: Als Karnevalsprinzessin ist Silvia I. eine Pionierin

Nettetal : Als Karnevalsprinzessin ist Silvia I. eine Pionierin

Das gab es noch nie: Silvia Peschkes (Damen-Elferrat) regiert als Karnevalsprinzessin erstmals allein die Nettetaler Narrenschar.

Ihr Lebensmotto lautet: Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Vor ihr steht jetzt die Session 2019/2020 als Karnevalsprinzessin. Nach Aschermittwoch wird sie dann zurückschauen und dann hoffentlich an viele schöne Erinnerungen denken können. Los geht es jetzt am Samstag mit ihrer Proklamation. Zu ihrem Hofstaat gehören zwei Prinzessinnenführer, ihr Vater Horst Peschkes und Norbert Feldges, sowie vier Hofdamen: Ulrike Mertens, Agnes Gendrisch-Feldges, Sabine Houben und Sonja Rover.

Von Kindesbeinen an kennt Silvia Peschkes den Karneval in Nettetal. Mit vier Jahren zog sie zum ersten Mal beim Tulpensonntagszug in Kaldenkirchen mit. Als ihre Eltern Horst und Gerta Peschkes 1980/81 Prinzenpaar wurden, begleitete die Tochter sie als Page, ebenso 1983/84 beim Prinzenpaar Ulrike und Manfred Mertens. Silvia Peschkes weiß also, was auf sie zukommt. Aber jetzt, kurz vor der Proklamation, wird sie doch etwas nervös. Sie, die seit Jahren die Sitzungen des Damen-Elferrates moderiert, steht nun plötzlich als Person im Mittelpunkt.

Die große Leidenschaft für den Karneval wurde ihr also schon in die Wiege gelegt. Über die Jahre wuchs der Wunsch, Prinzessin zu werden. Die Erfüllung dieses Wunsches sei das Sahnehäubchen. Im Karneval sei die Prinzessin oft nur „schmückendes Beiwerk“ an der Seite des Prinzen, der auf der Bühne redet. Für ihren Ex-Mann aus Wuppertal wäre das nichts gewesen, und so tritt Silvia Schmidt unter ihrem Mädchennamen Peschkes solo an. Sie weiß dabei ihre Familie hinter sich, ebenso den Damen-Elferrat und die gesamte KG fidele Heide, wo man schon eifrig am Prinzessinnen-Wagen für den Tulpensonntag baut.

Auf ihre Premiere als alleinregierende Prinzessin ist Silvia Peschkes glücklich und stolz. Die nötige Power und das Selbstvertrauen dafür bringt sie mit. Die 47-jährige Nettetalerin ist seit 13 Jahren selbständige Vertriebstrainerin und Moderatorin. Sie hat im IT-Vertrieb begonnen, lebte in Wiesbaden, Wuppertal, Hamburg und München. Seit Mai 2017 ist sie zurück in Nettetal. Und in diesem Jahr ist Lobberich dran, am 23. Februar den Straßenkarneval auszurichten. Für die Session ist sie topfit. Sie fährt Rennrad, im Winter Ski, vom Windsurfing hat sie sich aufs Paddeln verlegt.

Natürlich hat sie auch als Funkenmariechen getanzt, von 1986 bis 1992, später auch andere für Showtänze trainiert. Aber die wichtigste Station war der Damen-Elferrat. Ihre Mutter hatte ihn 1986 mitgegründet und bis 2007 selber moderiert. Tochter Silvia wurde 2001 Mitglied und hat die Moderation der Damensitzung von ihrer Mutter übernommen. Seit der Session 2004/05 ist sie Präsidentin des Damen-Elferrates. Als Prinzessin mit bis zu 120 Terminen in der Session muss sie sich einer neuen Herausforderung stellen. Aber mit ihrem Charme und ihrem natürlichen Witz wird sie das schaffen. Und dass sie sich als einen umtriebigen Menschen versteht, der kommunikativ auf die Menschen zugeht, ist für ihre neue Aufgabe auch eine gute Mitgift. Das Sessionsmotto „Seid jeck und habt das Herz am rechten Fleck“ wird sie in den nächsten Wochen und Monaten leben. Dabei hat sie auch ein Herz für sozial Schwächere. Statt Blumen und Geschenken bei den Sitzungen, die sie als Prinzessin besucht, bittet sie um eine kleine Spende. Nach Ende der Session wird sie die Summe an die Nettetaler Tafel überreichen.

Silvia Peschkes in „zivil“. Am Samstag steht sie bei ihrer Proklamation als Karnevalsprinzessin im Ornat auf der Bühne des Seerosensaals. Foto: Silvia Schmidt/PetraFiedler.com

Ihr Prinzessinnenkleid hat sie von der Kölner Schneiderin Maria Lucas anfertigen lassen. Diese Frau verstehe es, traumhaft schöne Abendgarderoben zu kreieren. Die Designerin gilt über Köln hinaus als Geheimtipp. Dem Kölner Karneval steht Silvia Peschkes besonders nahe. In der Vergangenheit hat der Damen-Elferrat einen Bus gemietet und ist zum Rosenmontag nach Köln gefahren. Zwar wird beim Nettetaler Karneval immer Helau gerufen, aber Kölner Künstler auf der Bühne werden auch gern mit Alaaf verabschiedet.