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Nettetal: 47-Jährige wegen Körperverletzung schuldunfähig

Gerichtsverfahren vor dem Landgericht : Anklage wegen Körperverletzung - Nettetalerin ist schuldunfähig

Eine 47-jährige Nettetalerin war jetzt vor dem Landgericht Krefeld wegen Körperverletzung angeklagt. Weil sie zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig war, wurde sie auf Bewährung zur Unterbringung in die Psychiatrie verurteilt.

(sts) Vor dem Krefelder Landgericht, 4. Große Strafkammer, ging jetzt das Sicherungsverfahren gegen eine 47-jährige Nettetalerin zu Ende. Der Frau war vorsätzliche Körperverletzung sowie versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen worden. Da die Beschuldigte jedoch zum Tatzeitpunkt an einer paranoid halluzinatorischen Schizophrenie litt, war sie nicht in der Lage, das Unrecht der Tat einzusehen. Die Kammer entschied sich deshalb für eine Unterbringung in der Psychiatrie, setzte dies aber zur Bewährung aus.

Die nun Verurteilte hatte im März 2020 auf einem Parkplatz in Nettetal eine Frau geohrfeigt. Die Geschädigte sagte im Zeugenstand aus, dass die offensichtlich betrunkene Täterin, die eine Weinflasche in der Hand hielt, sie angesprochen und von ihr verlangt habe, den Personalausweis vorzuzeigen. Nachdem die Zeugin das abgelehnt hatte, „schlug sie mir unvermittelt ins Gesicht.“ Dabei sei ihr die Brille heruntergefallen. Die Geschädigte habe nach dieser gegriffen. Ins Büro, wo sie arbeitete, zurückgekehrt, berichtete die Frau von dem Vorfall, woraufhin ein Kollege nach draußen ging, um nachzuschauen. Er habe die Angreiferin auch schnell entdeckt, wie er im Zeugenstand berichtete. Als er sie bis zum Eintreffen der Polizei festhalten wollte, „versuchte sie, mich mit ihrer Weinflasche zu schlagen.“

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Die 47-Jährige erklärte, sich nicht an den Vorfall erinnern zu können. Sie sei damals stark alkoholisiert gewesen und habe sich in einer Art „Ausnahmezustand“ befunden. Falls sie jemanden „wehgetan“ hätte, dann täte ihr das sehr leid. Ihr Betreuer erläuterte im Zeugenstand, dass es der Nettetalerin heute viel besser gehe. Sie habe sich damals in einer Krise befunden. „Jetzt nimmt sie regelmäßig ihre Psychopharmaka, konsumiert keine Drogen mehr und trinkt nur noch wenig Alkohol“, ergänzte er. Sie wohne in einem Zimmer einer Obdachlosen-Einrichtung. Sowohl Staatsanwältin als auch Verteidiger hatten eine Unterbringung in der Psychiatrie mit Bewährung gefordert. Diesen Anträgen folgte die Kammer.