Nettetal: 24 Kinder und Jugendliche 2018 in Obhut genommen

Nettetal : 24 Kinder und Jugendliche 2018 in Obhut genommen

Verwaltung stellte in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses den Jahresbericht Soziale Dienste vor.

Die soziale Situation in Nettetal ist besser als der bundesweite Trend. Das war jedenfalls die Antwort der Verwaltung auf eine Nachfrage in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Claudia Küppers, Sachgebietsleiterin Soziale Dienste, legte den Jahresbericht 2018 für die Sozialen Dienste vor und erläuterte ihn. Auch wenn die Lage in Nettetal besser ist als anderswo, gibt es im Bericht genügend alarmierende Zahlen und Sätze, die verstören können. Ein solcher Satz ist: „Immer mehr junge und unerfahrene Mütter sind nicht mehr in der Lage, ohne Unterstützung mit ihren Kindern zusammenzuleben.“ Oder auch: „Die Kinder, die eine stationäre Unterbringung benötigen, werden immer jünger.“

Der Bericht nennt klare Zahlen. Weil die Gesellschaft dafür sensibler geworden ist, gab es im Jahr 2018 insgesamt 148 Kindeswohlgefährdungsanzeigen. Das ist für Nettetal eine hohe Zahl. Bei 106 Fällen war nach der Überprüfung keine akute Gefährdung zu erkennen, bei 18 weiteren erfolgten Anschlussmaßnahmen. Aber immer noch 24 Fälle mit einer akuten Kindeswohlgefährdung blieben übrig. Die Kinder wurden bei Verwandten, Pflegefamilien, in der pädagogischen Ambulanz oder Heimen in Obhut genommen. Der Trend 2019 zeige, dass schon weitaus mehr Meldungen im Bereich von Flüchtlingsfamilien eingegangen sind. Die Zahl der Inobhutnahmen hat gegenüber 2017 (60) und 2016 (47) abgenommen: 2018 wurden 40 Fälle registriert. Ob das so bleiben wird? Im bundesweiten Durchschnitt steigen die Zahlen der Inobhutnahme drastisch an. Dabei ist ein besonderer Umstand, dass in Familien mit Flüchtlings- und Migrationshintergrund (auch EU-Länder wie Polen und Rumänien) häufiger ein anderes Verständnis von Kinderwohl vorliegt. Hier tätig zu werden, ist aufgrund von Sprachbarrieren und dem anderen Sozialisationshintergrund aufwendig und schwierig. Die Zahl der ambulanten und ergänzenden ambulanten Hilfe ist in den vergangen vier Jahren ständig angestiegen. Während die Erziehung in einer Tagesgruppe zurückgegangen und 2018 gar nicht vorkam, sind die Vollzeitpflegestellen leicht angestiegen. Die Heimunterbringungen sind von 25 (2015) auf 35 (2018) gestiegen.

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