Nettetal: "Nettegold" kommt aus Schaag

Nettetal : "Nettegold" kommt aus Schaag

Der Student Rainer Schönfeld-Simon betreibt die Imkerei als Hobby und hat seinen eigenen Honig kreiert.

Sicher ist sicher: "Ich bin allergisch gegen Bienengift, darum trage ich grundsätzlich Schutzkleidung", sagt Rainer Schönfeld-Simon. Setzt seinen Imkerhut mit Schleier auf, zieht Imkerjacke und Handschuhe an, bevor er bei seinen Bienen nach dem Rechten sieht. Draußen herrscht gerade reges Treiben. Tausende Bienen schwirren und schwärmen: "Bei schönem Wetter fliegen sie auch noch in dieser Jahreszeit", erklärt der junge Imker aus Schaag. Acht Bienenstöcke stehen im Garten, ringsum Wiesen, Felder und Bäume.

"Die schöne Natur hier am Rande von Schaag ist ideal für meine Bienen, in der Nähe stehen auch viele Obstbäume, zu deren Blüten sie im Frühjahr fliegen", erzählt Schönfeld-Simon. Jetzt aber ist Herbst, immer weniger Pollen locken die Insekten an, das Brutgeschäft ruht allmählich. Für den Imker allerdings geht die Arbeit weiter: "Die Vorbereitungen für den Winter stehen an." Darum kümmert sich Schönfeld-Simon an den Wochenenden im Elternhaus, denn werktags studiert er in Bochum.

Ein Student und seine Bienen — eine nicht gerade alltägliche Kombination. "Das hat sicher mit der Naturverbundenheit in der Familie zu tun", überlegt der 25-Jährige. Der Obst- und Gemüseladen der Großmutter, die Tätigkeit des Vaters in der Forstwirtschaft — vieles drehe sich "um Natur und Naturprodukte". Das sei mit Bienen und Honig nicht anders: "Als mir ein Kommilitone in Trier von der Imkerei erzählte, war ich sehr schnell fasziniert."

Überhaupt könne er dieses Hobby jungen Leuten nur empfehlen. Viel Fachlektüre, Gespräche mit erfahrenen Imkern, von den Eltern das erste Bienenvolk geschenkt bekommen — mittlerweile produziert und verkauft der junge Mann seinen eigenen Honig: "Nettegold". Wenn er davon spricht, sprudeln Zahlen und Fakten nur so aus dem Imker heraus: "Ein Bienenvolk sammelt über drei Kilo Nektar am Tag, das ergibt ein Kilo reinen Honig, so komme ich auf rund 250 Gläser im Jahr."

Schönfeld-Simon schwärmt von seinem "gesunden Naturprodukt", gibt dabei seine grundsätzliche Einstellung zum Konsumverhalten preis: "Es ist nicht sinnvoll, Honig oder Obst und Gemüse aus anderen Ländern zu kaufen, unsere heimischen Produkte sind frischer und auf jeden Fall gesund und lecker, mein Honig ist außerdem naturbelassen und rein." Zudem sorgten seine Bienen "durchs Bestäuben für Vielfalt in der Natur in Schaag".

Damit freilich will der Imker nicht für den Kauf seines Honigs werben: "Ich bin nur Hobbyimker, den Erlös vom Honig investiere ich voll in die Pflege der Bienen und Bienenstöcke." Und da stehen in den nächsten Wochen und Monate "Wartungsarbeiten an den Bienenstöcken" an. Noch aber nutze er bei schönem Herbstwetter "jede Gelegenheit, die Faszination an der Imkerei zu genießen, und zwar die Bienen beim Ab- und Einflug zu beobachten". Natürlich, sicher ist sicher, in Schutzkleidung.

(jobu)