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Nettetal: Nelly spielt den St. Martin

Nettetal : Nelly spielt den St. Martin

Der AWO-Kindergarten Lummerland und der Kindergarten der Pfarre St. Lambertus in Breyell organisieren abwechselnd den Martinsumzug. Am Freitag ist es so weit. Die Kinder sind jetzt schon ganz aufgeregt.

Die vierjährige Nelly hüpft aufgedreht im Gruppenraum des AWO-Kindergartens Lummerland in Breyell umher. Gerade eben hat sie den roten Mantel anprobiert, den sie als St. Martin am Freitag beim Martinszug der beiden Kindergärten tragen wird.

Dass St. Martin ein guter Mann war und seinen Mantel mit einem armen Bettler geteilt hat, um ihn vor der Kälte zu schützen, weiß Nelly ganz genau. Aber was am kommenden Freitag auf sie zukommt, wenn sie auf ihrem Pony Elfie als St. Martin durch Breyells Straßen reiten wird, das könne sie noch nicht so richtig deuten, sagt Leiterin Birgit Hamann vom Kindergarten Lummerland.

Nellys Kindergartenkollege Mursel (5) wird am Freitag den Bettler mimen und hängt sich schon einmal den Jutesack über. Mit einem Steckenpferd reitet Nelly um den frierenden Mursel herum und hängt ihm schließlich einen Teil ihres Mantels über die Schultern. Noch schauen die übrigen Kinder aus der Gruppe dem Treiben regungslos zu, "doch am Freitag werden sie bestimmt mit offenen Augen um das Feuer stehen", meint Birgit Hamann.

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Immer im Wechsel

Seit 15 Jahren organisieren die Kindergärten der katholischen Pfarre St. Lambertus und der AWO abwechselnd den Martinsumzug der beiden Einrichtungen. "In den Jahren davor haben wir den Umzug alleine organisiert, erst mit der Eröffnung des Kindergartens Lummerland haben wir den Fackelzug abwechselnd ausgerichtet", sagt Claudia Pohl, Leiterin des St.-Lambertus-Kindergartens. Die Besonderheit des Kindergartenumzuges liegt in der Gestalt des Heiligen St. Martin, denn der wird in jedem Jahr von einem Kind der Einrichtungen dargestellt.

Und wenn sich am kommenden Freitag, 11. November, der Umzug in Bewegung setzt, wird auch Nellys Mutter ganz aufgeregt sein. "Wir haben schon mit dem Pony eifrig bei lauter Musik den Umzug geprobt, sagt sie. Nur einmal stand den Kindergärten kein geeignetes Pony zur Verfügung, "da sind wir mit dann mit dem Steckenpferd durch die Straßen gezogen", sagt Birgit Hamann lachend.

In jedem Jahr wird das Kind, das den St. Martin darstellen darf, per Losverfahren ermittelt. "Als St. Martin durch die Straßen zu ziehen, ist immer etwas ganz Besonderes für die Kinder", wissen die beiden Leiterinnen.

Nur mit ihrer selbst gebastelten Laterne kann Nelly in diesem Jahr nicht umherziehen, denn die kann sie nicht mit aufs Pony nehmen. "Aber wenn sie mit den anderen Kindern ihren Martins-Stuten in Empfang nimmt, wird sie sicherlich die Laterne wieder in der Hand halten und sich hoffentlich noch lange an den St.- Martins-Tag zurückerinnern."

(RP)