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Navid Kermani kommt zu Literaturtagen in Nettetal

Im Oktober in Nettetal : Literaturtage mit Annika Büsing und Navid Kermani — aber ohne Primadonnen

Im Oktober ist Nettetal wieder Treffpunkt für Autoren und Publikum. Karten gibt es schon jetzt für eine Vorpremiere am 17. September. Dann ist der Journalist Juan Moreno zu Gast.

Navid Kermani hat im Deutschen Bundestag eine Rede zum 65. Jahrestag des Grundgesetzes gehalten, 2015 bekam er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Keine Frage: Kermani ist ein Star unter den Schriftstellern – und er wird im Herbst bei den Nettetaler Literaturtagen zu Gast sein. Das komplette Programm mit allen Terminen und den Vorverkauf für Tickets wird zwar erst Ende des Monats oder Anfang September geben. Aber so viel kann Organisator Gerd Wagner schon mal verraten: Auch Literatur-Debütantin Annika Büsing mit ihrem ersten Roman „Nordstadt“ wird dabei sein.

Wie schafft man es, ein immer wieder mit bekannten Autoren gespicktes Programm in eine Stadt zu holen, die wie Nettetal nicht gerade im Ruf steht, eine Metropole zu sein? Hilfreich ist gewiss, dass Gerd Wagner nicht nur gelernte Buchhändler ist und eine Weile im Verlagsgeschäft tätig war. Doch er verweist bescheidenerweise auf die Arbeit von Ulrich Schmitter. Der ehemalige Leiter der Nettetaler Stadtbibliothek hat sich bis vor zwei Jahren um das Programm gekümmert und dabei „gute Grundlagen gelegt“, wie Nachfolger Wagner findet. Roger Willemsen und Elke Heidenreich beispielsweise waren da – und haben in der Literaturszene offenbar keine schlechten Nachrichten über Nettetal verbreitet. 

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Die Auswahl der Autoren trifft Wagner ganz alleine. Es gebe auch immer wieder Vorschläge aus dem Vorstand des Vereins, der hinter den Literaturtagen steht. Eigene Ideen fließen natürlich ein. „Am Ende muss es eine Komposition sein, dafür braucht man etwas Fingerspitzengefühl“, sagt Wagner.

Autoren, die im Ruf stehen, Primadonnen zu sein und extravagante Forderungen zu stellen, liegen Wagner ohnehin nicht. „So etwas versuche ich zu vermeiden, mir sind die Bodenständigen sympathischer“, sagt er. Die Honorare mögen nicht für alle gleich sein, aber: „Alle werden im gleichen Hotel untergebracht und mit der gleichen Gastfreundschaft behandelt. Und die spricht sich in Literaturkreisen herum“, sagt Wagner. Wichtig für einen gelungenen Abend sei, dem Auftritt Eventcharakter zu verleihen. „Dass sich ein Autor hinsetzt und einfach nur aus seinem Buch vorliest, funktioniert heute nicht mehr“, sagt Wagner. Daher bemüht er sich darum, einen Dialog zu stiften und Gesprächspartner zu finden, die mit dem Autor „auf Augenhöhe“ über seine Arbeit sprechen können.

Eine Vorpremiere zu den am 15. Oktober startenden Literaturtagen gibt es am 17. September. Dann besucht um 19.30 Uhr der Spiegel-Journalist Juan Moreno mit seinem Buch „Glück ist kein Ort. Geschichten von unterwegs“ die Alte Fabrik in Kaldenkirchen. Tickets  dafür sind schon unter www.nettetalerliteraturtage.de zu bestellen.