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Naturpark Schwalm-Nette: Nettetal fordert Erhalt der Feuchtgebiete

Nettetal unterstützt Schwalmtal : Stadt fordert Sicherung der Wasserversorgung

Auch bei vorgezogenem Ausstieg aus der Braunkohleförderung soll der Erhalt der Feuchtgebiete im Naturpark Schwalm-Nette gesichert sein. Mit dieser Forderung stellt sich Nettetal an die Seite Schwalmtals, dessen Gemeinderat bereits eine Resolution an den Landrat gerichtet hatte.

Die Wasserversorgung am Niederrhein und der Erhalt der Feuchtgebiete im Naturpark Schwalm-Nette müssen auch bei einem auf das Jahr 2030 vorgezogenen Ausstieg aus der Braunkohleförderung unbedingt gesichert sein. Diese Forderung erhebt die Stadt Nettetal in einer ausführlichen Resolution, die der Ausschuss für Umwelt und Klima auf Antrag der CDU einstimmig billigte. Nettetal stellt sich damit an die Seite Schwalmtals, dessen Gemeinderat diese Resolution auch schon an Landrat Andreas Coenen (CDU) gerichtet hatte.

Wie schon bei einer Bürgerversammlung der CDU in Schwalmtal skizzierte der Geologe Rainer Röder (Kreis Viersen) im Ausschuss die Folgen des immer weiter nach vorne gezogenen Ausstiegs aus der Braunkohle für die Wasserhaltung in der Region. Weil nun die Tagebaue Hambach und Garzweiler II zur gleichen Zeit geschlossen werden sollen, müssten jährlich über eine halbe Milliarde Kubikmeter Wasser aus dem Rhein in die 400 beziehungsweise 190 Meter tiefen Gruben gepumpt werden – und das über Jahrzehnte. Das Wasser aus dem Rhein werde benötigt, um das Grundwassergleichgewicht zu halten. Angesichts der Riesenmengen Wasser, die dem auch nicht immer Normalwasser führenden Rhein entnommen werden müssten, hatte Roeder „ganz große Bauchschmerzen“. Seiner Ansicht nach müsse Garzweiler bei der Wasserversorgung unbedingt Vorrang haben, denn „hier geht es um Feuchtgebiete, in Hambach nur um die Füllung des Restsees“.

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„Positiv überrascht“ ist eine kleine Delegation der CDU-Ortsverbände Schwalmtal, Niederkrüchten und Brüggen von einem Gespräch in der RWE Power-Verwaltung in Köln heimgekehrt. Eingehend erläuterten ihnen fast vier Stunden lang Harald Marx, Leiter der Bergbauplanung, und seine Mitarbeiter die verschiedenen Ausstiegsszenarien und Risiken, die bei einem immer weiteren Vorziehen des Förderstopps entstehen, der ursprünglich für 2048 vorgesehen war. Vollständig durchgespielt waren in ihren Auswirkungen Ausstiege für die Jahre 2045 und 2038, gerechnet wird jetzt an Ausstiegen 2035 und 2030. Neben der Wasserhaltung spielt dabei auch die Statik der Böschungen eine große Rolle, die sich je nach Form des Restsees verändert. Durch ein weit vorgezogenes Förderende tritt ein neues Problem auf: Östlich des neu errichteten Autobahnreststücks A44/A61 bleibt ein Loch, da nicht genügend Abraum von Westen her geliefert werden kann.

Wie Thomas Paschmanns, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Schwamtal, unserer Redaktion sagte, will die CDU nun eine weitere Initiative im Kreistag starten mit dem Ziel, dass sich die Landesregierung auch ernsthaft mit dieser Problematik befasse. Nach seinen Erkenntnissen ist das bisher nicht in allen betroffenen Ressorts der Fall.