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Naturpark Schwalm-Nette: Naturpark-Schau kann lange Wirkung haben

Naturpark Schwalm-Nette : Naturpark-Schau kann lange Wirkung haben

Vor knapp einem Jahr begann das Programm im Grefrather Dorenburg-Museum. Der Naturpark ist mit der Resonanz zufrieden.

Die "wandervolle Wasserwelt" als Kern der Naturpark-Schau im vergangenen Jahr ist für die gesamte Region ein "guter touristischer Impuls". Davon ist Hans Puschmann, Geschäftsführer des Naturparks-Schwalm-Nette, überzeugt. Ziel sei es, die Qualität kontinuierlich zu verbessern und Standards zu erhalten. Die Resonanz gerade von außerhalb sei zum Teil über Erwarten gut.

Besonders beliebt sind nach Puschmanns Angaben unter Wanderfreunden und Spaziergängern die "Wasserblicke". Dass es hier und da bei der Suche hapert, räumt Puschmann ein. "Fast immer gehen die Probleme aber auch Defizite im technischen Verständnis beim Ortungs-System GPS zurück. Wir führen dann häufig lange Telefonate und dirigieren Leute dahin, wo die Wasserblicke sich öffnen. Und plötzlich lösen sich die Schwierigkeiten, weil der Anrufer einem Irrtum aufgesessen ist", erzählt Puschmann. Er sei überzeugt, dass es richtig war, auf die technische Unterstützung zu setzen.

Als absolute Renner haben sich, auch wenn der Begriff nicht passt, die "Premium-Wanderwege" erwiesen. Hier solle niemand rennen, sondern ausgesuchte Wegstrecken zurücklegen, die über das Deutsche Wanderinstitut zertifiziert wurden. Im Jahr 2015 werden sie erneut kontrolliert und zertifiziert. Dieser vergleichsweise kurze Rhythmus soll garantieren, dass die Wanderwege ihr Prädikat "Premium" behalten. 72 000 Flyer sind weggegangen, der Naturpark muss schon wieder nachlegen. Und wenn dann auch noch Galionsfiguren der neuen Wandergeneration wie Michael Andrak begeistert werden können, sieht sich der Naturpark bestätigt. Er kann für sich beanspruchen, die erste Region zu sein, die im Flachland solche Wege anbietet, alle anderen Premium-Strecken befinden sich in Mittelgebirgsregionen. "Angesichts des demografischen Wandels haben wir damit einen Vorsprung, denn gerade ältere Wanderer suchen solche Strecken", hat Puschmann von Experten erfahren.

Dennoch sind Wanderer in die Irre gelaufen. An einigen Wegen wurden Schilder weggenommen, vielleicht schmücken sie nun irgendwo Partykeller. Andere wurden in die Gegenrichtung gedreht. Prompt hagelte es bitterböse Mails und wütende Anrufe. "Für nicht ortskundige Wanderer ist so etwas sehr schade", bedauert Hans Puschmann. Gravierend war auf einem Weg im Süden des Naturparks ein Fall, in dem jemand gezielt Sabotage betrieb. Mitunter wurde die Ausschilderung manipuliert. Auf niederländischer Seite im Leudal-Gebiet verschwanden Pfosten und Schilder. Die Wege-Scouts sind viel unterwegs, um Zwischenfälle möglichst zu verhindern oder schnell zu korrigieren. Bernd Nienhaus aus Niederkrüchten beispielsweise ist besonders häufig auf den Wegen anzutreffen.

Ehe es so weit war, hatte der Naturpark eine enorme Vorarbeit zu leisten. Er musste alle Schritte abstimmen mit den Unteren Landschaftsbehörden, der Forstverwaltung und vielen anderen Institutionen abstimmen. Besonders aufwendig aber war die Einigung mit jedem einzelnen Waldbesitzer. Eine Einigung im Paket mit einer Forstbetriebsgemeinschaft, die die Waldbesitzer normalerweise gebündelt vertritt, war nicht möglich. "Wir hatten sogar Ortstermine mit Waldbesitzern, die von irgendwo in Deutschland her anreisten und zum ersten Mal im eigenen Wald standen", sagt Puschmann. Neuland haben die niederländischen Nachbarn in der Zusammenarbeit mit dem deutschen Naturpark betreten. Eine Zertifizierung von Wanderwegen war bisher nicht bekannt. Allein deswegen hat sich der Einsatz von Interreg-Mitteln gelohnt. Intensive Gespräche führte der Naturpark auch mit touristischen Betrieben. Er ist zuversichtlich, dass gastronomische Unternehmen auf lange Sicht von der Naturpark-Schau profitieren. FRAGE DES TAGES

(RP)