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Nettetal: Nachfrage nach Tagespflege im Niedickpark nicht nur in Nettetal

Nettetal : Nachfrage nach Tagespflege im Niedickpark nicht nur in Nettetal

Der Arbeiter-Samariter-Bund stellte sein Angebot in "Haus Lobberich" vor. Dort können 14 Senioren von 8 bis 17 Uhr den Tag verbringen

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat das Erdgeschoss von "Haus Lobberich" für 560.000 Euro gekauft. Zins und Tilgung müssen aus den Erträgen der Pflegesätze bezahlt werden, denn öffentliche Zuschüsse gab es nicht. Auf 260 Quadratmetern wurden ein großer, heller Aufenthaltsraum mit integrierter Küche, ein Wohnzimmer, ein Ruheraum (mit Bett und Schlafsesseln), sowie Sanitärräume mit großem Bad und Behinderten-WC eingerichtet. Um die Betreuung kümmern sich fünf fest angestellte und vier freie Mitarbeiter.

Im Sommer werde man den Gästen auch draußen auf der Terrasse einen schönen Aufenthalt bieten können, meint Ellen Fiddrich, Geschäftsführerin des ASB im Kreis Viersen, und blinzelt in die Wintersonne. Sie weiß, was neben bequemen Gartensesseln und Sonnenschirmen dazugehört: "Wir pflanzen hier noch einige Beerensträucher, dann können wir gemeinsam Marmelade herstellen. Und wir legen Hochbeete an, damit wir Kräuter ziehen können, ohne dass man sich bücken muss." Letzteres ist wichtig, da die Gäste betagt sind und Pflege brauchen, aber möglichst selbstständig bleiben sollen.

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Die Terrasse gehört zum "Haus Lobberich", das der ASB nun im Parterre eines mehrgeschossigen Wohnhauses am Rande des Niedieckparks mit der Bezeichnung "Am Amtsgericht 8" eingerichtet hat. Er bietet 14 Plätze für die Tagespflege älterer Menschen an. Ein vergleichbares Angebot unterhält er seit 1992 in Viersen und 2012 in Amern. Der Schritt nach Nettetal ist konsequent, denn "wir wollen unsere Kunden dort betreuen, wo sie wohnen", so Stefan Berger, Vorsitzender der ASB-Aufsichtsgremien. Der Waldnieler CDU-Landtagsabgeordnete weist auf den steigenden Bedarf von Plätzen in der Tagespflege hin, da dadurch nicht in ein Seniorenheimziehen müssten. "Die Tagespflege ist eine gute Maßnahme, um dem demographischen Wandel gerecht zu werden", sagt er. Auch der Kreis Viersen setze in der Pflege auf den Grundsatz "Ambulant vor stationär". Auch werde den Angehörigen mit der Tagespflege eine zeitweilige Entlastung geboten.

Im "Haus Lobberich" werden pflegebedürftige Menschen von montags bis freitags zwischen 8 Uhr und 17 Uhr betreut: gemeinsames Frühstück, Zeitung lesen, Gymnastik, Mittagessen bereiten, Ruhestunde, Singen, Gedächtnistraining, Märchen erzählen oder hören - das gehört zum täglichen Betreuungsprogramm, das "wir aber immer wieder je nach Jahreszeit variieren werden", erläutert Linda Königs, Leiterin der Lobbericher Tagespflege. Sie kümmert sich seit Jahresbeginn um bislang 13 feste Gäste, die aber nicht immer täglich kommen: "So haben wir noch Kapazitäten frei." Anfragen kommen bisher nicht nur aus Nettetal, sondern auch aus Brüggen, Niederkrüchten und Viersen. Bei der Zubereitung des Mittagessens rechnen sie mit der Hilfe der Gäste, denn es "soll ja so sein wie zu Hause", meint Königs.

(mme)