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Nettetal: Nachfrage nach Bauland im Kreis steigt

Nettetal : Nachfrage nach Bauland im Kreis steigt

Immer mehr Menschen wollen im Kreis Viersen ein Haus bauen. Das zeigt der Grundstücksmarktbericht für das vergangene Jahr. Auch die Nachfrage nach gebrauchten Ein- und Zweifamilienhäusern ist gestiegen.

Der Wunsch nach einem Eigenheim ist im Kreis Viersen ungebrochen. Gestern stellte der Kreis den Grundstücksmarktbericht für das vergangene Jahr vor. Daraus geht hervor, dass 2012 die Nachfrage nach Baugrundstücken fürs Eigenheim im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent stieg, die Nachfrage nach gebrauchten Ein- und Zweifamilienhäusern stieg um 17 Prozent. Bei den Eigentumswohnungen sank die Nachfrage um rund drei Prozent. Die Lust aufs Bauen sei wohl vor allem deshalb so groß, weil auch die Baulandpreise stabil geblieben sind, sagt Thomas Franz, Vorsitzender des Gutachterausschusses im Kreis.

Der Gutachterausschuss zählte im vergangenen Jahr im gesamten Kreisgebiet 310 Käufe von unbebauten Grundstücken, auf denen sich ein Ein- oder Zweifamilienhaus errichten lässt, im Vorjahr lag diese Zahl bei 243. Am teuersten ist es, in Kempen oder Tönisvorst zu bauen. In den Städten allgemein liegen die Baulandpreise in guten Wohnlagen bei 190 bis 250 Euro pro Quadratmeter, in den Gemeinden wurden 155 bis 185 Euro gezahlt. In mittleren Wohnlagen liegt im Kreis die Spanne zwischen 140 und 235 Euro pro Quadratmeter.

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Doch die meisten Neueigentümer bauten 2012 nicht, sondern erwarben eine Bestandsimmobilie: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Kreis 1221 gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser gekauft — die meisten davon in Viersen. Das Preisniveau ist im Durchschnitt um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen — allerdings ist eine Immobilie im Durchschnitt im Ostkreis (dazu gehören Viersen, Willich, Tönisvorst und Kempen) teurer als im Westkreis — die Nähe zu Düsseldorf macht den Unterschied. Gebrauchte Immobilien gerieten immer stärker in den Focus, sagt Andreas Budde, Technischer Dezernent beim Kreis Viersen. In Wohngebieten, in denen vor allem in den 1960er-, 1970er-Jahren gebaut worden sei, würden jetzt Immobilien zum Verkauf angeboten. Zum Glück gebe es kaum Leerstände, die Verkaufszahlen seien gut. Budde: "Der Kreis Viersen ist für Immobiliensuchende nach wie vor attraktiv." Habe der Kreis 2010 noch mehr fortziehende als zuziehende Menschen gezählt, habe sich das nun umgekehrt: Inzwischen ziehen wieder mehr Menschen in den Kreis Viersen. Gleichwohl kann das den demografischen Wandel nicht aufhalten, die Sterberate ist höher als die Geburtenrate. Mit Blick auf den demografischen Wandel lohne es sich auch, die Bestandsimmobilien in den Blick zu nehmen. "Attraktive, zentrale Grundstücke, die auch größer sind als die in den Neubaugebieten, findet man im Bestand", sagt Budde. Diese Häuser seien zum Teil zwar sanierungsbedürftig, doch am Ende zählt bei sinkenden Einwohnerzahlen die Lage. "Mit Blick auf den demografischen Wandel würde ich eine Immobilie im Bestand in zentraler Lage kaufen, das ist wertstabiler", sagt Budde.

Der Markt für Eigentumswohnungen blieb 2012 im Vergleich zum Vorjahr konstant. Insgesamt wurden im Kreis 601 Käufe gezählt, die meisten davon (139) in Viersen, gefolgt von Willich (109) und Kempen (101). Allerdings wurde in Kempen mit Eigentumswohnungen der höchste Geldumsatz erzielt — dort sind die Wohnungen am teuersten, der Spitzenquadratmeterpreis liegt bei 4000 Euro für Wohnungen mit gehobener Ausstattung. Nur wenige Wohnungen dagegen wurden im Grenzland verkauft: 25 waren es 2012 in Brüggen, 28 in Niederkrüchten und 30 in Schwalmtal.

(RP)