Freilichtmuseum Grefrath: Nachbau des Lobbericher Bahnhofs zieht die Blicke der Besucher an

Freilichtmuseum Grefrath : Nachbau des Lobbericher Bahnhofs zieht die Blicke der Besucher an

Fachsimpeln, sich austauschen oder einfach staunen: Die Rokal Tausch- und Sammelbörse im Niederrheinischen Freilichtmuseum zog Liebhaber und Sammler an.

„Der Lobbericher Bahnhof!“ Diesen Ausruf hört Manfred Albersmann häufiger und er kann dazu nur lächelnd nicken. Denn was vor dem Lobbericher auf einer Länge von 2,50 Meter und einer Breite von 50 Zentimetern steht, ist besagter Bahnhof und zwar im Maßstab 1:120. Da steht der frühere Schienenbus auf den Geleisen, der einst die Schüler von Kaldenkirchen nach Kempen in die Schule brachte, da gibt es die alte Dampflok, die die Personenwaggons zieht, und selbst der Güterbahnhof samt dem Schild „Vorsicht vor dem unbeschrankten Bahnübergang“ fehlt nicht.

„Ursprünglich hatten Walter Brandt und ich die Idee, die Strecke Kaldenkirchen-Kempen komplett nachzubauen. Schienen haben wir genug, aber es mangelte am Platz. Daher ist es der Lobbericher Bahnhof geworden“, erzählt Manfred Albersmann. Der Stammtisch der Rokal Freunde Lobberich hat den großen museumspädagogischen Raum des Niederrheinischen Freilichtmuseums wieder einmal in einen Treffpunkt für Rokal TT Freunde verwandelt.

Die Rokal Tausch- und Sammelbörse steht an, wobei die Rokal Vrienden Nederland ebenfalls mit von der Partie sind. Wohin der Blick auch fällt: Was das Lobbericher Unternehmen Rokal von 1948 bis 1970 in Sachen Modelleisenbahnen produzierte, ist zu sehen und lässt die Herzen der Besucher höher schlagen. Die Niederländer haben die Rokal TT Bahn Schwarzenbach mitgebracht. Durch die Berglandschaft zieht der Zug seine Bahnen, die Bergbahn läuft und ein Mühlrad dreht sich.

Aber nicht nur schauen und sich an den Anlagen erfreuen, ist angesagt. Rund um die Modellbahnen der Spur TT von Rokal wird verkauft und getauscht. Ein ganz wichtiger Mann ist Martin Heuberger. Der Saarbrückener stellt nämlich Reproduktionen her. „Damit angefangen habe ich vor Jahren, als meine V60 nicht mehr fuhr und es das benötigte Ersatzteil in Form einer Kupplungsfeder nicht mehr gab. Ich habe getüftelt, das war der Anfang meiner Reproteile“, berichtet Martin Heuberger. Ob Puffer, Achsschleifer oder Tankwagen-Aufbauten -  er hilft weiter, wenn Teile fehlen oder kaputt gegangen sind. Seine Repros sind dabei von den Originalen nicht zu unterscheiden.

Die Besucher kommen dabei nicht nur aus dem Umkreis, sondern sind unter anderem aus Ulm, Cuxhaven, Wiesbaden und Lüdenscheid angereist. „Mit fünf Jahren habe ich die erste Rokal Bahn von meinen Eltern bekommen. Vor 20 Jahren hat mich die Leidenschaft wieder gepackt. Jetzt sind meine Frau und ich mit Begeisterung auf den Börsen unterwegs“, sagt der Lüdenscheider Jürgen Schmale.

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