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Nettetal: Nach der Spende ein Imbiss

Nettetal : Nach der Spende ein Imbiss

Mit seinem Blutspendemobil stand das Deutsche Rote Kreuz gestern vor dem Krankenhaus in Lobberich. Allein in Nettetal gibt es jährlich 16 feste Blutspendetermine in vier Stadtteilen. Die Medizin benötigt immer mehr Blut.

Kurz vor 9 Uhr verließ gestern der "Blue Bird" die Autobahn 61 an der Ausfahrt nach Lobberich. Wenige Minuten später stand der umgebaute weiße Oldie-Bus am Krankenhaus. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat vier solcher Fahrzeuge in seinem Bestand. Darin sammelt es Blut von Spendern über die regulären Termine hinaus, die auch in Nettetals Stadtteilen zum DRK-Programm gehören.

Jede Blutspende ist wichtig. Blut wird benötigt für Unfallopfer, Transplantations- oder Krebspatienten. Viele haben nur eine Chance aufs Weiterleben, wenn sie Blutpräparate erhalten. Blut kann nicht künstlich hergestellt werden. Und Blutpräparate sind nur begrenzt lagerfähig. Deshalb muss kontinuierlich für Nachschub gesorgt werden. "Wenn wir zwei Tage keine Blutspende bekommen, sind unsere Lager leer", erklärt Thorsten Hemmers vom DRK-Blutspendedienst.

Quartalsmäßig bittet das DRK im Kreis Viersen um Blutspenden. Allein in Nettetal sind es 16 Termine im Jahr. Zweimal ist außerdem eines der Blutspendemobile zusätzlich in Nettetal. Es steht am Krankenhaus oder bei den Stadtwerken.

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"Hier ist die Atmosphäre ganz anders als beispielsweise in einer Schule. Hier sieht's mehr nach Krankenhaus aus", sagt Mathilde Swyen, die zum sechsten Mal Blut spendet. Die Ärztin Elke Rugulies empfängt Blutspender zum Vorgespräch. Mathilde Swyen kann zur Blutspende alles fragen, was ihr auf dem Herzen liegt. Dabei wird auch ein Fragebogen ausgefüllt, der die Spendenfähigkeit des Spenders feststellt. Erst dann beginnt die Blutentnahme auf Liegen.

Dabei werden 500 Milliliter Blut entnommen, sowie drei Teströhrchen mit Blut gefüllt. Das DRK-Labor prüft das Blut, um Erkrankungen wie HIV-Infektion, Syphilis sowie Hepatitis B und C auszuschließen. Untersucht wird stets die Blutgruppe, und auch der Leberwert wird bestimmt.

Rund 100 Spender kommen im Kreis Viersen durchschnittlich zu einem Termin. Nach der Blutspende gibt es nach einer kurzen Erholungsphase einen Imbiss im Nette-Bistro. "Die Flüssigkeitszufuhr ist nach einer Blutabnahme sehr wichtig, auch muss man anschließend feste Nahrung zu sich nehmen", erläutert Thorsten Hemmers. Dass zwischen zwei Blutspenden 56 Tage liegen müssen, weiß Rolf Schnoock. Er hat bereits 166 Mal Blut gespendet. "Seit mein Vater mich mal mitgenommen hat, bin ich immer dabei", erzählt der Hinsbecker. "Für mich ist es keine Frage, Blut zu spenden", fährt er fort. "Man muss nicht immer nur davon reden, man muss es tun. Es tut nicht weh."

"Aber ohne die Hilfe ehrenamtlicher Kräfte könnten wir einen Blutspendentermin gar nicht auf die Beine stellen", berichtet Hemmers. Ihr Engagement könne nicht hoch genug angerechnet werden.

(ivb)