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Nettetal: Nach der Flut: Rochlitz kehrt zur Normalität zurück

Nettetal : Nach der Flut: Rochlitz kehrt zur Normalität zurück

Die Spendenaktion in Nettetal läuft aus. Die Rochlitzer Oberbürgermeisterin Kerstin Arndt ist sehr dankbar für die Unterstützung.

Kerstin Arndt, Oberbürgermeisterin von Nettetals sächsischer Partnerstadt Rochlitz, wird teure Versicherungen für alle städtischen Liegenschaften abschließen müssen, die in Reichweite der Mulde liegen. "Die beim jüngsten Hochwasser entstandenen Schäden sind anerkannt worden. Wir dürfen damit rechnen, dass sie vollständig ausgeglichen werden. Aber dafür müssen wir diese Versicherungen abschließen. Bisher hatten wir die Absicherung auf Gebäude beschränkt", sagte sie gestern.

Normalität ist nach dem Hochwasser noch nicht eingekehrt. Zwar wurde umgehend damit begonnen, Schäden zu beseitigen. Busverkehr ersetzt vor allem für Schulkinder den kurzen Weg über die Schaukelbrücke zwischen Zassnitz und Rochlitz. Das Hochwasser riss die Hängebrücke zwar nicht weg, aber Teile wurden verbogen, Stahlseile müssen neu gespannt werden. Die von der Katastrophe beschädigte Infrastruktur (Parkplätze, Straßenbeleuchtung) ist oder wird jetzt repariert.

Die in Wasser und Schlamm untergegangenen Sportanlagen müssen allerdings neu geplant werden. "Wir diskutieren im Augenblick, was wir wie lösen — von Reparaturen bis hin zu neuen Anlagen", erklärt die Oberbürgermeisterin. Die Vereine packten selbst tüchtig dabei an, die Schäden abzuräumen und die Anlagen herzurichten. Kummer bereitet Kerstin Arndt, wie viele Bürger immer noch in feuchten Häusern in Reichweite der Zwickauer Mulde leben müssen, die immer noch auf Kisten, Schachteln und Koffern säßen. "Eine Frau klagte am Montag noch, sie fühle sich allmählich wie ein Messi. Es war warm in diesem Sommer, das hat natürlich dabei geholfen, dass einige Häuser weitgehend trocken sind. Andere sind aber noch sehr feucht und brauchen Zeit zum Trocknen", fügt sie hinzu. Die nach dem "Jahrhunderthochwasser" im Jahr 2002 errichtete Schutzmauer hatte die Wassermassen zwar nicht zurückhalten können, weil der Pegel nun noch höher war. "Aber sie hat uns zwei Tage mehr Zeit gegeben, Dinge in Sicherheit zu bringen", berichtet Kerstin Arndt.

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Mit sehr großer Dankbarkeit nehme Rochlitz wahr, dass erneut Hilfe aus der Partnerstadt Nettetal komme. Bis zum Ende der Woche werden noch Spenden mit dem Verwendungszweck "Aufbau Sportstätten Rochlitz" auf dem Konto der Stadt Nettetal (Sparkasse Krefeld, Bankleitzahl 320 500 00, Kontonummer 36 300 226) entgegengenommen. Robert Hellmann, Stadtsportverband und Stadt organisierten die Aktion. Am Wochenende wurde bei der "Party in Breyell" unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Christian Wagner ein Fahrrad zugunsten von Rochlitz versteigert. Bei der ersten Aktion fiel das Los des Rades, das der Breyeller Händler Fretz gespendet hatte, auf Rochlitz' stellvertretenden Bürgermeister. Der gab das Rad gleich in eine neue Verlosung. Martin Flüggen ist der Gewinner des 800 Euro teuren Fahrrads. FRAGE DES TAGES

(RP)