Nettetal: Musik als Kunst, aber auch als Therapie

Nettetal : Musik als Kunst, aber auch als Therapie

Die Eheleute Susanne und Hansjörg Fink aus Hinsbeck widmen sich auf verschiedene Art der Musik.

"Musik berührt und bewegt uns, beeinflusst unsere Stimmung, versetzt Körper und Seele in Schwingung und schafft Orientierung und Ordnung. Gerade Kinder und Jugendliche haben eine hohe Affinität zur Musik", sagt die diplomierte Musiktherapeutin sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Susanne Fink, die mit Ehemann Hansjörg Fink, einem erfolgreichen Jazz Posaunisten, seit einigen Jahren in Hinsbeck lebt.

Seit 1996 arbeitet Susanne Fink in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Süchteln. Für Jugendliche mit emotionalen Nöten sei es oft schwierig, ihre Stimmung und ihre Gefühle in Worte zu fassen. Über das freie Spiel an den Instrumenten könne ein Zugang zum inneren Erleben geschaffen werden und eine Ebene erreicht werden, in der sich der Jugendliche wirksam, einflussnehmend und kreativ erleben könne, sagt Susanne Fink. Das führe zu mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.

Im Gegensatz zum therapeutischen Nutzen hat die Musik für Hansjörg Fink einen hohen künstlerischen Stellenwert. Als freiberuflicher Jazzposaunist kann Hansjörg Fink eine internationale Konzerttätigkeit aufweisen. Als Soloposaunist spielt er im Glenn Miller Orchestra und wird regelmäßig als Gast in verschiedenen Orchestern, wie zum Beispiel der WDR- oder der SWR-Big-Band für Produktionen gebucht. Als Leadspieler, Satzspieler und Solist fühlt er sich den unterschiedlichsten Musikstilen verbunden und ist in Big Bands, Musical- und Theaterproduktionen, Popbands oder auf den großen Jazz-Festivals der Welt ebenso zu Hause wie in Sinfonieorchestern, Kammermusikensembles oder bei Soloprojekten. Mittlerweile hat er mehr als 60 CDs aufgenommen. Außerdem lehrt er an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar Jazzposaune und Ensembleleitung. Mit dem Hinsbecker Elmar Lehnen, der seit dem Jahr 2000 als Basilika-Organist der päpstlichen Marienbasilika im Wallfahrtsort Kevelaer tätig ist, entstand aus der kreativen und immer in Grenzbereichen suchenden Zusammenarbeit, bereits eine sehr gut rezensierte CD mit dem Titel "Salve Regina — Klangbilder marianischer Choräle".

Seit drei Jahren feilten sie an ihrem neuen Projekt und fanden im Label "audite", das sich in den vergangenen Jahren zu einer beachteten Adresse in der Klassik-Szene entwickelt hat, ein Spitzenlabel für die einstündige neue Aufnahme. Mit ihrer gemeinsamen Komposition "Requiem für Posaune und Kirchenorgel" betraten beide sakrales Neuland. Grundlage des Requiems ist der Gregorianische Choral der Totenmesse. "Die Besonderheit des künstlerischen Konzepts bestand darin, mit stil- und spartenübergreifenden Mitteln eine Verbindung zu schaffen zwischen Kirchenmusik und Jazz. Dabei soll die Improvisation, wichtiges Stilmittel in beiden Bereichen, als Bindeglied dienen", erklärt Hansjörg Fink.

Das programmatisch innovative Konzept wurde flankiert von einer seltenen Instrumentenkombination (Posaune und Kirchenorgel) auf höchstem künstlerischem Niveau. Die Uraufführung des Requiems war im März dieses Jahres in Alpe d´Huez (Frankreich), die CD Aufnahme erfolgte einen Monat später, im April, in Kevelaer.

(ivb)
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