Nettetal: Mona Lisa zu verkaufen

Nettetal: Mona Lisa zu verkaufen

Beim Tag der offenen Tür im Familienzentrum Brigittenheim in Kaldenkirchen gab es gleich zwei Anlässe zum Feiern: Zum einen wurden die rundum neu gestalteten Räume präsentiert. Zum anderen stellten die Kinder Kunstwerke aus, die sie in einem Förderprojekt der Stadt Nettetal gestaltet hatten.

Neue Anstriche, Sicherheitstüren, eine Feuerschutztreppe und nagelneue Kindermöbel: Die Umbaumaßnahmen, die seit Mitte Dezember im Familienzentrum unter Leitung des Nettetaler Architekturbüros Kotschate umgesetzt wurden, sind nicht zu übersehen. "Eltern und Kollegen wissen, wie viel Arbeit in unserem neu gestalteten Haus steckt", sagt Leiterin Petra Hauser. "Natürlich mussten wir hier und da improvisieren und zeitweise fehlende Türen durch Vorhänge aus Wolldecken ersetzen.

Uns war es aber wichtiger, den Kindergartenbetrieb aufrecht zu erhalten und als Familienzentrum für Eltern und Kinder auch während des Umbaus da zu sein", so Hauser. Und das Durchhaltevermögen wurde belohnt: Eltern und Familienangehörige zeigten sich gestern begeistert vom neuen sicheren und kindgerechten Umfeld. "Die Feuerschutztreppe an der Fassade soll natürlich vor allem ihren Zweck erfüllen, nimmt dem Gebäude aber glücklicherweise nichts von seinem historischen Charme", so Elternratsmitglied Jutta Meertz.

Auch dafür, dass die Wände nicht kahl bleiben, ist schon gesorgt. In einem Kunst- und Kulturprojekt der Stadt Nettetal haben Kinder mit Erziehern und Eltern wochenlang gemalt und fotografiert. Ergebnis: Bilder in Öl auf Leinwand, wie "Kopien" der weltberühmten Mona Lisa, gesehen und gemalt von Drei- bis Sechsjährigen. Die Ergebnisse sind rührend, komisch und zum Schmunzeln. Auch farbenprächtige und erstaunlich stimmungsvolle Aquarelle haben die Kinder unter Anleitung der Nettetaler Hobby-Malerin Elvire Kückemanns zu Papier gebracht.

Fotografiert haben die Kinder vor allem ihren Heimatort Kaldenkirchen und dabei ihrer ganz eigenen, kindlichen Sicht der Dinge Ausdruck verliehen. "Es hat unglaublich viel Freude gemacht, mit den Kindern auf Foto-Tour zu gehen. Es ist schon erstaunlich, wie sie die Umwelt wahrnehmen und abbilden möchten", so Erzieherin Theresa Sagel. Die Bilder stehen teilweise zum Verkauf. Bevor die Werke allerdings ihren Besitzer wechseln, werden sie im Oktober im Rathaus ausgestellt. Von der städtischen Fördersumme in Höhe von rund 1070 Euro kaufte das Brigittenheim einen Fotoapparat.

(RP)