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Nettetal: Moderlieschen unter der Lupe

Nettetal : Moderlieschen unter der Lupe

Kinder erkunden im Ferienprogramm des Naturschutzhofes im Sassenfeld die Natur. Im Ludbach und in der Nette leben unterschiedliche Tiere, weil sich ihre Lebensbedingungen darin kräftig unterscheiden.

Mit Kescher und Becherlupe ausgestattet gingen zehn Mädchen und Jungen auf Entdeckungstour an der Nette. Ronja Schmitz und Markus Heines begleiteten sie fachkundig beim "Naturerlebnis", das der Naturschutzhof des Naturschutzbundes den Kindern schmackhaft gemacht hatte.

Der zehnjährige Clemens hatte schnell "Handfestes" entdeckt. Er zeigte Ronja Schmitz einen Frosch und streichelte ihn. "Den habe ich mit meinem Kescher gefangen", erzählte er. "Aber er ist mir vorher dreimal entwischt", gab er zu. Die zwölfjährige Jorrit und andere Kinder bestaunten den Fang. Mitnehmen konnten sie den kleinen Frosch nicht. Aus der großen Plastikwanne, die die Kinder mitschleppten, springe der Frosch sofort heraus, erklärte Markus Heines. Also wurde der Frosch von den Kindern in die Freiheit entlassen.

Wie ein achter Angler

Lena hatte mit ihrem Fang mehr Glück. Sie hatte einige Moderlieschen gefischt und kippte sie zu anderen, ebenfalls bereits gefangenen Tieren in die Plastikwanne. Der zehnjährige Friso war trotz des sonnigen Wetters wie ein echter Angler gekleidet. Er trug eine Wathose und Gummistiefel und wagte sich so hinunter zur Nette. Seinen Fang bestimmten die Kinder mit Hilfe eines Buches. "Das ist ein amerikanischer Flusskrebs", stellte Markus Heines fest. "Vorsicht, der kann kneifen", warnte der Naturkenner die Kinder, allzu vorwitzig und sorglos mit dem Fang umzugehen.

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Mittlerweile hatten sich Zuschauer eingefunden. Fünf Frauen mit Walking-Stöcken legten eine Pause ein. Sie bestaunten die vielen Tiere in der großen Wanne, in der sich nach einer halben Stunde unzählige Muscheln, Schnecken und kleine Teichschlangen befanden. Luzia betrachtete gerade durch die Becherlupe die Moderlieschen. "Die habe ich noch nie so nah gesehen", gestand sie.

Markus Heines erklärte, dass die Wasserqualität des Fließgewässers maßgeblich für die dort lebenden Tiere sei. Zu Beginn ihrer Entdeckungstour waren die Kinder am Ludbach, dessen Untergrund im Gegensatz zur Nette sehr schlammig ist. Deshalb fanden die Kinder darin viele Mückenlarven.

Friso unterbrach die Erklärungen. Mit trauriger Miene kam er zurück zu Markus Heines. Beinahe hätte er im Kescher einen großen Fisch gehabt. "Doch der ist weggeschwommen", erzählte der Zehnjährige. Aber der Gedanke an dem Misserfolg hielt nicht lange. Schon griff er zur Becherlupe, um die Haut einer Schnecke näher zu betrachten. Anhand des Bestimmungsbuches konnte Markus Heines erkennen, um welche Schnecke es sich handelte. Friso war schnell wieder obenauf. Später, so verkündete er, will er auch mal angeln, "große Fische natürlich".

(ivb)