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Nettetal: Modellfliegers Leidenschaft

Nettetal : Modellfliegers Leidenschaft

Heiß her ging es beim Internationalen Flugtag der Modellflieger des Modellflugclubs (MFC) Grenzland auf ihrem Flugplatz in Breyell-Natt. Etwa 50 Modellpiloten aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden waren gekommen.

Auf dem Vorfeld der Start- und Landebahn reiht sich Modell an Modell. Hans-Arnold Paulsen, Schriftführer des MFC, ist mit den Besucherzahlen zufrieden. Ständig kommen und gehen Zuschauer, es ist immer voll. Dass so viele Besucher vorbeischauen, ist nicht selbstverständlich. "Immerhin finden zeitgleich im Umkreis von 80 Kilometern noch sechs bis sieben andere Modellflugtage statt", sagt Paulsen. Die Piloten schätzen die familiäre Atmosphäre in Natt.

 Die Modelle sind liebevoll und detailreich zusammengebaut und bemalt.
Die Modelle sind liebevoll und detailreich zusammengebaut und bemalt. Foto: Busch, Franz-Heinrich jun.

Bei den Modellen handelt es sich teilweise um ziemlich große Geräte. Da stehen Flugzeuge mit einer Spannweite von bis zu drei Metern neben Maschinen, die nur 30 Zentimeter messen. Alle sind liebevoll und detailreich zusammengebaut und bemalt. In vielen Cockpits sind Figuren oder Stofftiere zu sehen.

Während Paulsen über verschiedenen Antriebe berichtet, tönt im Hintergrund lautes Brausen, ein etwa drei Meter langer Helikopter hat die Turbine angelassen. Es klingt wie ein echter Düsenjet, nur nicht ganz so laut. "Viele Modelle fliegen mit Benzinmotoren und einem Propellerantrieb, aber inzwischen gibt es auch Düsenjets die bis zu 400 km/h schnell sind", erklärt Paulsen. Er hat an seiner Kappe auch einen Propeller, den er als Ventilator gegen die Hitze nutzt.

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Ein neuer Trend sind die elektronischen Antriebe mit Lipo-Akkus. Sie mischen die Szene momentan auf und werden immer leistungsfähiger. "Hier haben wir den Autoherstellern etwas voraus, denn Elektroautos fahren mit riesigen, schweren Akkus, unsere werden immer kleiner und stärker", sagt Paulsen.

Am Ende der Startbahn macht sich gerade Thomas Lehnen fertig. Neben seinem Flugzeug steht aus Sicherheitsgründen ein Feuerlöscher. Seine Maschine fliegt mit Kerosin, es handelt sich um einen Düsenjet, der aber kein Nachbau einer echten Maschine ist. "Die Turbine entwickelt einen Schub von 14 Kilogramm bei bis zu 120 000 Umdrehungen", sagt er.

Maschine fliegt mit Kerosin

Als er im Stand Gas gibt, wird der grüne Rasen schnell braun und teilweise sogar schwarz. In dem Motor steckt richtig Power. Das merkt der Betrachter auch, als die Maschine in die Startposition rollt. Trotz einem Abstand von etwa zehn Metern spürt man den heißen Abgasstrahl immer noch als sehr warmen Luftschwall.

Mit lautem Getöse startet der Jet zu einem Rundflug. Elf Kilo wieg das Flugzeug — hinzu kommen 3,5 Kilo Kerosin. "Das reicht für einen Flug von sechs bis sieben Minuten", erklärt Lehnen. Beim Steuern der Maschine ist er konzentriert. "Wegen der hohen Geschwindigkeit muss ich immer etwa vier Sekunden voraus denken", erklärt er vor dem Start. Sein Jet rauscht immer wieder mit bis zu 350 km/h vorbei und zieht große Kreise, einmal sogar einen Looping.

Anschließend wird ein Segelflugzeug in die Luft gezogen, und alles wird deutlich langsamer in der Luft.

(pepp)