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Nettetal: Mittelständler zeichnen Kaufleute aus

Nettetal : Mittelständler zeichnen Kaufleute aus

Matthias-Timmermanns-Gedenkmedaille für Verlagsleiter Gerd Herterich und Lebensmittelhändler Christian Esch.

Zwei Kaufleute hat die Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung der CDU in Nettetal und im Kreis Viersen (MIT) mit der Matthias-Timmermanns-Gedenkmedaille ausgezeichnet. Die Mittelständler würdigten damit die Leistungen von Christian Esch aus Lobberich sowie Gerd Herterich aus Kempen. Esch führt in dritter Generation einen Familienbetrieb mit einem Supermarkt. Herterich betreibt den Moses-Verlag in St. Hubert.

Festredner war der Vorsitzende der MIT auf Landesebene, der Landtagsabgeordnete Hendrik Wüst. Er sprach von einer der "traditionsreichsten MIT-Veranstaltungen in NRW", denn inzwischen wurden die Medaillen zum 13. Mal verliehen.

Die Gedenkmedaille auf Kreisebene erhielt Gerd Herterich von den Mittelständlern, weil er aus einem kleinen Kinderbuchverlag in mehr als 20 Jahren ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen geformt habe. Er begann auf einem Dachboden und beschäftigt heute 75 Mitarbeiter, davon 15 in der Produktentwicklung, die 16 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaften. Herterich dankte für die Auszeichnung. Er betonte, dass er sie auch stellvertretend für seine Angestellten entgegennehme.

Die Auszeichnung für die MIT in der Stadt Nettetal erhielt Christian Esch. Er ist der Enkel von Theodor Esch, der das Familienunternehmen gründete. Esch habe es aktuell auch gegen harte Konkurrenz in Lobberich in die Zukunft geführt und beweise, dass sich ein Lebensmittelhandel in Familienhand durchaus am Markt behaupten könne.

Dies beweisen 35 Mitarbeiter und die Investition von 4,5 Millionen Euro in den Esch-Neubau im Rosental sowie für den Neubau des Aldi-Marktes nebenan. Esch betonte in seiner kurzen Dankesrede, dass die "Lebensmittelbranche ein hartes Geschäft" und durch Preiskampf geprägt sei. Er appellierte an die Jungunternehmer, die "Werte von früher" wieder mehr zu berücksichtigen. Er sehe bereits Tendenzen dieser Rückbesinnung. Die Gedenkmedaille nahm er auch stellvertretend für seine Familie entgegen.

In seiner Festrede schlug Hendrik Wüst — er ist Geschäftsführer des Verbandes der Zeitungsverleger in NRW — einen Bogen über die Bundes- und Landespolitik. Den sich abzeichnenden Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD bezeichnete er als "nicht so proper". Es sei aber auch "manches Schlechte" verhindert worden. Er vermisse im Vertragsentwurf Ausführungen zur "Schuldenunion", Steuererhöhungen und Neuverschuldung — "nicht ein Satz ist dazu enthalten", stellte er bedauernd fest. Innerhalb der CDU lehne die MIT Mindestlohn, Rente mit 63 und Mütterrente ab.

Davon habe einiges schon im Parteiprogramm gestanden. Das Programm der Landesregierung trage eine "sehr grüne Handschrift". Er sprach von Hannelore Krafts "Giftküche" zur Entwicklung von Gewerbeflächen und Infrastruktur in NRW. Bei Bürgern wachse die Neigung, stärkere Regulierungen zu fordern. Die MIT werbe daher für mehr Soziale Marktwirtschaft. Dies bedeute weniger Eingriffe vom Staat in die Wirtschaft, aber wachsenden Wohlstand.

(pepp)