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Nettetal: Mitarbeiter in den Startlöchern

Nettetal : Mitarbeiter in den Startlöchern

Mit dem neuen Jahr nimmt das Jugendamt der Stadt Nettetal seine Arbeit auf. Dessen neuer Leiter Jochen Müntinga freut sich nach fünfmonatigen, intensiven Vorbereitungen darauf, nun richtig loszulegen.

Für die Frauen und Männer, die sich am Montag um 8.30 Uhr im Ratssaal versammeln, um von Bürgermeister Christian Wagner begrüßt zu werden, bedeutet der Termin einen Neuanfang. Sie alle treten denn ihre neuen Stellen an. Noch dazu in einer Behörde, die mit Beginn des neuen Jahres ihre Arbeit aufnimmt: das neue Jugendamt der Stadt Nettetal.

Mehr als fünf Jahre hat es gedauert von der Idee, ein Jugendamt zu gründen, bis zur Genehmigung durch das NRW-Familienministerium. Wenn die Mitarbeiter nach dem Empfang am Montag in ihre neuen Büros gehen, erwarten sie bereits die ersten Arbeitsaufträge — als Post auf dem Schreibtisch oder als E-Mail im Computer.

"Wir wollen nun endlich loslegen", freut sich der Leiter des neuen Jugendamtes, Jochen Müntinga, der seit fünf Monaten die Vorbereitungen dafür trifft, dass der Übergang vom Kreis- zum Stadtjugendamt reibungslos funktioniert. "Der Bürger soll unter dem Wechsel der Zuständigkeiten nicht leiden", sagt der 40-Jährige. Im Gegenteil: In der räumlichen Nähe zu den Familien sieht Müntinga einen entscheidenden Vorteil der neuen Behörde.

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Ehemaliger Bergmann

Den ehemaligen Bergmann und studierten Sozial-Pädagogen reizt die Aufgabe, ein Jugendamt komplett neu aufzubauen. Freude an Veränderung und Neuaufbau verlangt er auch von seinen Mitarbeitern, denen eine spannende, aber auch anspruchsvolle Zeit bevorsteht. "Es gibt viele Unwägbarkeiten, und das Arbeitsvolumen ist schwer abschätzbar", sagt Jochen Müntinga.

27,4 Stellen hat das neue Jugendamt, das teils im Rathaus und teils in Räumen des Sparkassengebäudes nebenan untergebracht ist. Je ein Drittel der Stellen wurde mit Mitarbeitern des Kreises, der Stadt Nettetal sowie mit externen Kräften besetzt. "Wir hatten mehr als 300 Bewerbungen, haben 130 Bewerbungsgespräche geführt", sagt der zweifache Vater und gibt so nur einen kleinen Einblick in seine vielfältigen Aufgaben der vergangenen Monate.

Hauptaugenmerk seiner Arbeit lag indes auf Gesprächen mit dem Kreis. Denn die Aufgaben "gut auseinander zu sortieren" und dabei dafür zu sorgen, dass es kein Böses Blut gibt (längst nicht alle sind mit der Entscheidung, ein eigenes Jugendamt zu gründen, einverstanden), war ihm besonders wichtig. "Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert", resümiert Müntinga.

Zu massiven Problemen beim Aufbau des Jugendamtes sei es nicht gekommen. Auch in Zukunft werde man eng mit dem Kreis zusammenarbeiten. "Wir sind kein gallisches Dorf", sagt Müntinga, der sich jedoch der Tatsache bewusst ist, dass es nun an ihm und seinen Mitarbeitern ist, Probleme selbst zu lösen. "Das Rad zurückdrehen können wir jetzt nicht mehr."

Richtig loslegen können die Mitarbeiter übrigens erst am Dienstag: Erst dann liefert der Kreis die Fallakten ins Rathaus.

(RP)