Nettetal: Mit Warnweste und Schildern soll der Schulweg sicherer werden

Nettetal : Mit Warnweste und Schildern soll der Schulweg sicherer werden

Schülerlotsen helfen Klassenkameraden, im Straßenverkehr sicher zur Schule zu kommen. In Breyell übernehmen 22 Neuntklässler diese Aufgabe

In Breyell lotsen nun 22 Gesamtschüler des neunten Jahrgangs ihre Schulkameraden sicher zur Schule. Der Verkehrserziehungsbeamte Heinz-Dieter Bach hat die Schüler an einem Tag während des Gesellschaftslehreunterrichts geschult.

Für die praktische Stunde ging die Gruppe gemeinsam durch Breyell und trainierte an den Gefahrenstellen - insbesondere am Zebrastreifen am Lambertimarkt und bei Netto. Dort stehen die Mädchen und Jungen ab sofort morgens abwechselnd vor Schulbeginn, um andere Verkehrsteilnehmer zu lotsen. Ausgestattet sind sie mit neonfarbenen Westen von der Polizei, Jacken, Käppis und Schildern.

Die Jugendlichen waren offensichtlich mit viel Spaß bei der Sache, denn vielen von ihnen war der Verkehrssicherheitsbeamte Heinz-Dieter Bach gut vertraut - seit den Fahrradprüfungen in Kindergartenzeiten. "Es war richtig familiär und hat Spaß gemacht", sagte Schülerlotse Henry.

Die Idee entstand im vergangenen Schuljahr in der Schüler- und Elternvertretung der Gesamtschule Nettetal. Der Verkehr in der Sackgasse bei der Gesamtschule sollte eingeschränkt werden. Ein Gespräch mit der Stadt und der Polizei ergab, dass dort jedoch aus rechtlichen Gründen keine Schülerlotsen eingesetzt werden dürfen. Es folgte die Idee, Schülerlotsen im Zentrum von Breyell einzusetzen.

Ihre Fähigkeiten können die Lotsen übrigens bei Wettkämpfen unter Beweis stellen, wie beispielsweise am vergangenen Montag im Lise-Meitner-Gymnasium in Willich-Anrath. Zehn Schülerlotsen, sechs Jungen und vier Mädchen, nahmen daran teil, darunter vier Lotsen aus Nettetal: Die vier Mädchen im Wettbewerb besuchen alle das Nettetaler Gymnasium. Heinz-Dieter Bach, zugleich Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht, war einer von sechs Verkehrserziehungsberatern der Kreis-Polizeibehörde, die den jungen Schülerlotsen bei ihren verschiedenen Stationen über die Schulter schauten. Er simulierte unter anderem einen genervten Autofahrer, von dem sich die Teilnehmer des Wettbewerbs nicht aus der Ruhe bringen lassen sollten, was beispielsweise der 14-jährigen Sevgi aus Lobberich gut gelang. Zum Schluss bewertete die Jury ihre gesamte Leistung mit 16 von maximal 20 Punkten. Für die Fahrt zur Landesmeisterschaft reichte es aber bei keiner der vier Nettetalerinnen.

(RP)
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