Nettetal: Mirjas Heimspiel

Nettetal: Mirjas Heimspiel

In der ausverkauften Werner-Jaeger-Halle in Lobberich stellte Mirja Boes ihr neues Comedy-Programm vor. Es trägt den Titel "Morgen mach ich Schluss! Wahrscheinlich". Die gebürtige Boisheimerin fühlte sich wie Zuhause.

Mütter glaubten wahrscheinlich einen Prototyp ihrer pubertierenden Töchter zu treffen. Und generationsübergreifend erkannte sicherlich zumindest das Gros der weiblichen Wesen einen guten Teil der eigenen Untiefen und Fehltritte aus der Zeit, wenn das Gehirn eine Großbaustelle ist. Zu Beginn warnte eine kindliche Stimme: "Wenn Sie glauben, alle Peinlichkeiten zu kennen, dann hat ihre Gastgeberin doch noch einige Überraschungen für sie bereit". Und in der Tat: Mirja Boes ist nicht zimperlich, wenn es um die Besonderheiten von Mann und Frau geht.

Für die 34 Jahre alte gebürtige Boisheimerin war der Auftritt fast ein Heimspiel. Inzwischen lebt sie in Köln und hat eine eigene Sitcom bei RTL. Hier mimt das quirlige Temperamentsbündel eine Parfümerie-Angestellte mit dem Hang, in alle Fettnäpfchen zu treten.

Quirlig und spontan

In Nettetal legte Mirja Boes mit Tempo los und hatte in ihrer quirlig überdrehten Art eine spontan wirkende Ausstrahlung. Für den Fall eines inhaltlichen Aussetzers erwählte sie "Robert" aus der ersten Reihe als Aushilfskandidaten und bedachte ihn während des Abends mit liebevoll schelmisch verpackten Spötteleien. Die Comedian duzte ihr Publikum und stellte mit ihrem Temperament schnell die Brücke her. Flockig locker sorgte Mirja Boes erst einmal für kurze Kontakte zwischen allen Anwesenden.

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Nicht Politik, nicht das Weltgeschehen bestimmten ihre schräg irrwitzigen Ausführungen, sondern die tragischen Teenie-Jahre. Und da jeder einmal dadurch musste, fand auch ein jeder etwas für sich. Zu lachen gab es jedenfalls genug. Einige Lacher leuchteten so laut und breit heraus, dass Mira Boes mit suchenden Blicken deren Quellen suchte.

Auf dem elterlichen Speicher in Boisheim fand sie ihre Tagebücher, geschrieben zwischen 13 und 19 Jahren. Die Erinnerungen an erste Küsse, Anmachversuche, heimliche Liebe, Gedanken an Thomas aus Viersen und Begegnungen in Dülken waren die authentische Grundlage für ein witzig-verrücktes Programm.

Im fortlaufenden Durchgang spulten auf einer Leinwand Fotos von Klein-Mirja ab, einfach niedlich nett oder auch schräg angehaucht, wie es halt ihre Art ist. "Nicht dass ich jetzt ohne Probleme wäre" erweiterte die Comedian die "Therapie" ihres Soloprogramms in die aktuellen Jahre. Um noch einiges mehr zu hören, machten sich die Besucher erst nach der dritten Zugabe auf den Heimweg.

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(RP)
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