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Viersen: Miertz-Kate: Der Grundstein ist gelegt

Viersen : Miertz-Kate: Der Grundstein ist gelegt

Maurermeister Antonius Kiwall schuf die Basis für den Wiederaufbau des Arme-Leute-Häuschens im Freilichtmuseum Dorenburg. Beteiligt sind der Verein "Kindertraum" und das Heilpädagogische Zentrum.

Die Basis für den Wiederaufbau der Miertz-Kate ist geschaffen: Gestern legte Restaurator Antonius Kiwall auf dem Gelände des Freilichtmuseums Dorenburg in Grefrath den Grundstein. Einst stand das Arme-Leute-Häuschen etwas abseits von Vinkrath an der Wankumer Landstraße, etwa sechs Kilometer vom Museum entfernt. Dort wurde sie abgerissen, kam als Schenkung ins Museum und wird dort wieder aufgebaut.

 Antonius und Georg Kiwall (v.l.) legen gemeinsam mit Christoph Scheler, Martina Hankammer, Peter Ottmann, Andreas Coenen und Anke Wielebski den Grundstein für die Miertz-Kate.
Antonius und Georg Kiwall (v.l.) legen gemeinsam mit Christoph Scheler, Martina Hankammer, Peter Ottmann, Andreas Coenen und Anke Wielebski den Grundstein für die Miertz-Kate. Foto: wolfgang kaiser

Landrat Peter Ottmann sprach von einem weiteren Meilenstein in der Entwicklung des Museums. In der Kate soll künftig gezeigt werden, wie Menschen früher gelebt und gearbeitet haben. "Ein solches Arme-Leute-Häuschen fehlte bisher, es passt hervorragend ins Ensemble des Museums und schließt eine Lücke", sagte Kreisdirektor Dr. Andreas Coenen. Man wisse genau, wer früher in der Kate gelebt habe, berichtete Museumsleiterin Anke Wielebski, es waren unter anderen Tagelöhner und Seidenweber. Wenn die Kate fertig ist, plant sie eine Sonderausstellung zum Thema Armut auf dem Land, die im 19. Jahrhundert etwa von Krisen in der Textilindustrie und der Kartoffelfäule ausgelöst wurde: "Mit der Kate und der Ausstellung wollen wir die Sensibilität für dieses Thema wecken."

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Der Aufbau der Kate ist ein gemeinsames Projekt des Kreises Viersen, des Nettetaler Vereins "Kindertraum" und des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ). Kindertraum fördert die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Schule, Ausbildung und Beruf. Das HPZ bietet Betreuungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung an. Gemeinsam hat man im Freilichtmuseum eine ideale Betätigungsstätte für die Teilnehmer gefunden, die sich in vergangenen Jahren hier sehr verdient gemacht haben. Ludger Peters, Vorsitzender von Kindertraum: "Für uns ist wichtig, dass der Begriff Inklusion nicht nur auf Schulen bezogen ist, sondern auch auf Berufs- und Arbeitsleben ausgedehnt wird." Am Beispiel der Miertz-Kate könne man erkennen, dass Menschen mit Behinderung durchaus in der Lage sind, Leistung zu erbringen.

So sieht es auch Maurermeister und Restaurator Antonius Kiwall, Vorstandskollege von Peters, unter dessen Regie die Kate aufgebaut wird: "Die Besucher des Museums können erleben, wie so ein Gebäude entsteht und wie Inklusion in der Praxis funktioniert." Einen genauen Zeitplan hat Kiwall nicht, das Richtfest soll in diesem Jahr stattfinden.

Die Mitarbeiter des Heilpädagogischen Zentrums sind jedenfalls mit Feuereifer bei der Sache. "Sie sind auf jeden Fall die Gewinner des Projekts. Sie können durch das Wissen, gute und wichtige Arbeit zu machen, ihr Selbstbewusstsein deutlich verbessern", sagt Integrationskoordinatorin Christiane Pollerberg. Im HPZ werden an neun Standorten 2000 Menschen mit Behinderung betreut. Diejenigen, bei denen es möglich ist, sollen die Möglichkeit bekommen, auch außerhalb der Werkstätten inklusiv zu arbeiten: "Sie werden auf diese Weise deutlich eigenständiger und zufriedener."

(RP)