Nettetal Messdienergewänder sind verschlissen

Nettetal · Die katholische Frauengemeinschaft in Hinsbeck hat im Jugendheim ein privates Nähstudio eingerichtet.

Der Raum im Obergeschoss des Jugendheimes von St. Peter gleicht einem Nähstudio. Auf den Tischen stehen Nähmaschinen, große Scheren liegen umher, ebenso wie Maßbänder. Etwas abseits sitzt Marianne Bermges. Sie ist Vorsitzende der katholischen Frauengemeinschaft und bedient die große Overlock-Kettelmaschine. Die Leihgabe hat die Frauengemeinschaft auf ihre Kosten überarbeiten lassen, "damit die Maschine die anstehenden Näharbeiten problemlos übersteht", erläutert die Vorsitzende.

Seit mehr als zwei Monaten treffen sich Mitglieder der katholischen Frauengemeinschaft regelmäßig montags für einige Stunden in ihrer hergerichteten "Nähstube". Sie nähen hier neue Gewänder für die Hinsbecker Meßdienerschaft. "Die alten Gewänder waren, einfach ausgedrückt, verschlissen", fasst Christa Hölter zusammen, was die Frauen hier zusammenführt.

Sie haben eine Menge Arbeit, denn annähernd 60 Gewänder müssen sie nähen. Die Idee dazu hatten die fleißigen Frauen vor mehr als einem Jahr. Doch bevor es richtig losging, mussten Schnittmuster erstellt werden sowohl für den Talar als auch fürs Rochette. "Das ist ein weiter, weißer Überwurf, der über den Talar getragen wird, eine Art Hemd, der auch Chorhemd genannt wird", erklärt Gertrud Bohnen. "Die Schnittmuster haben wir selber gemacht und keine gekauften genommen", erläutert Marianne Bermges.

In Gabi Wende, die ein Stoffgeschäft in Lobberich betreibt, fanden die dankbaren Hinsbeckerinnen eine Unterstützerin. "Sie hat der Pfarre mehr als einen Kilometer Stoff zum Einkaufspreis überlassen", freut sich Gertrud Bohnen. Petra Lennackers ist unterdessen eifrig damit beschäftigt, den Stoff in Falten zu stecken. "Du musst noch einmal genau nachmessen", rät ihr Gertrud Bohnen. Zurzeit liegt für den Laien noch ein heilloses Sammelsurium auf den Tischen verteilt - weißer Stoff, roter Stoff, dazu Stecknadeln, Scheren und Maßbänder. Die ersten fertig genähten Messgewänder hängen aber schon an der Kleiderstange. Die Gewänder müssen die Frauen in fünf verschiedenen Größen nähen. Das ist wahrlich eine Mammutaufgabe für die Frauengemeinschaft.

Pfarrer Günter Wiegand, der montags zwischendurch immer mal wieder im "Nähstudio" vorbeischaut, hat auch seine Aufgabe. Er hat angekündigt, die Knöpfe mit Stoff zu umhüllen. "Es ist die wohl idiotischste Arbeit, die man dabei machen kann, aber gerade richtig für den Pastor", sagt er lachend. Er hat sich schon über Youtube informiert, wie man die Knöpfe mit Stoff ummantelt. "Die Läppkes dazu schneiden wir Ihnen zu", versprechen die Frauen großzügig. Die passende Maschine dazu will der ortsansässige Raumausstatter Peter Hüpkes zur Verfügung stellen. Die Arbeit geht den Frauen leicht von der Hand. "Hier geht es stressfrei zu. Wer kommt, der kommt, es gibt immer wieder Frauen, die können den einen oder anderen Termin nicht einhalten", sagen sie. Und zu erzählen gibt es auch immer viel.

(ivb)
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