1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Melodien zum Sonnenuntergang

Nettetal : Melodien zum Sonnenuntergang

Leuther Pfarrorchester spielte im Flugzeughangar am Atelier van Eyk

Vom Westen her fielen die letzten Sonnenstrahlen auf das alte Gemäuer eines ehemaligen Flugzeughangars, als das Pfarrorchester von St. Lambertus mit dem Marsch "Kaiserin Sissi" die 5. musikalische Sommernacht eröffnete. Mit den Sonnenstrahlen machten Lichteffekte in allen Farben die Mauerreste des früheren Nachtjägerflughafens zu einer romantischen Kulisse und bezogen die Zuschauer mit ein, die das Orchester an drei Seiten gleichsam umrahmten.

Orchesterleiter Peter Mahr, der seit 27 Jahren den Taktstock schwingt, hatte für den "Abend für die Sinne" neben traditionellen Marsch- und Walzermelodien mit den rund 40 Musikern auch zeitgenössische Songs einstudiert; bei den Medleys mit Stücken von Udo Jürgens und Marius Müller-Westernhagen konnten die Zuhörer auch mitsummen. Bei "Pavane in Blue" zeigten Harrie Schreurs (Trompete) und Robert Bones (Saxophon) als Solisten ihr beachtliches Können. Der Konzertmarsch "Hoch Heidecksburg" von Rudolf Herter und der "Florentiner Marsch" von Julius Fucik - nicht einfach zu spielen - wurden schwungvoll dargebracht. Bei Einbruch der Dunkelheit klang das Konzert mit "Träume der Nacht" aus, doch wurde das Orchester erst nach zwei Zugaben entlassen.

Verbunden war der Abend mit einer Ausstellung von Saxophonen im Atelier van Eyk, die Hans-Willy Abelen und Hans-Josef Ridder zusammengestellt hatten. Unter den 47 Instrumenten ragte ein über zwei Meter hohes Contrabass-Saxophon heraus, das nur auf einem Stativ stehend gespielt werden kann. Das kleinste Instrument, ein Sopranino, maß nur rund 30 Zentimeter. Auch vier historische Instrumente (Bass, Bariton, Tenor, Alt) aus der Werkstatt von Adolphe Sax, zwischen 1860 und1915 gebaut, wurden gezeigt.

Das Orchester nutzt zurzeit die Pausenhalle der Grundschule als Probenraum. Dass dies auch künftig möglich sei, wolle die Politik unterstützen, versicherte die Vorsitzende des Stadtrat-Kulturausschusses, Renate Dyck (SPD). Ausgebildet werden 28 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Und die werden ihr Können beim Vorpielen am 24. Juni zeigen.

(mme)