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Nettetal: Meister auf dem Wasser

Nettetal : Meister auf dem Wasser

Am Nettebruch ermittelten Ruderer und Kanuten am Samstag ihre Stadtmeister. Bei optimalen Bedingungen kamen viele Zuschauer. Die feuerten die Wassersportler kräftig an. Mit der Regatta wurde an alte Zeiten angeknüpft.

Sebastian Peters vom Ruder- und Kanuclub Lobberich (RKCL) ist überall und nirgends, der Organisator der Stadtmeisterschaften hat alle Hände voll zu tun. Die Titelkämpfe werden bereits zum 41. Mal ausgetragen. Steffi Müller reicht ihm gerade das Megaphon an, die Starterinnen bei der weiblichen Jugend stehen noch nicht richtig an der Startlinie. Für Sebastian Peters kein Problem, "Charlotte eine Länge zurück, Sarah eine Länge vor", gibt er den Mädchen Anweisungen.

Die vierzehnjährige Lara Backhaus steht mit ihrem Kanu richtig an der Startlinie, sie wartet gebannt auf den Startschuss. 1000 Meter liegen vor ihr, die sie mit dem gelben "NERO" Sportkanu zurücklegen muss. "Ich bin nervös, ich will Zweite werden", sagt sie vor dem Start und trägt ihr fünf Meter langes Kanu mit Hilfe zum Wasser.

Das Wasser ist das Nettebruch, die Heimstrecke von Lara Backhaus. Sie ist seit vier Jahren Mitglied beim RKCL, ein eigenes Kanu hat sie noch nicht. "Das ist zu teuer", sagt sie. Sie trainiert und rudert in einem vereinseigenem Kanu. "Damals, als ich noch aktiv war, hatte der Verein noch keine eigenen Kanus", weiß Petra Peuten, die jahrelang die Geschäfte vom RKCL führte und selbst eine erfolgreiche Kanutin war.

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Heute sitzt sie bei Kaffee und Kuchen als Zuschauerin am Tisch, ist dem Verein immer noch sehr verbunden und wohnt den Stadtmeisterschaften als Vorstandsmitglied des Stadtsportbundes bei. Ehemann Roland ist als Vertreter der Stadt dabei, feuert die Mädchen und Jungen an. "Sebastian Peters zeigt bei der Organisation der Stadtmeisterschaften immer eine tolle Leistung", zollt sie ihrem jüngeren Vereinskollegen Respekt.

Zwischenzeitlich ist der Vorlauf in der Mädchenklasse vorbei, Lara Backhaus ist etwas traurig, sie hat ihr Ziel, als Zweite über die Ziellinie zu rudern, nicht erreicht und wurde Dritte. Doch beim Endlauf ist sie trotzdem dabei. Bis der startet, hat sie allerdings noch Zeit, am Ufer des Nettebruchs ein Erfrischungsbad zu nehmen.

Dort tummeln sich bereits abseits vom Renngeschehen, weitere Mädchen und Jungen im See. Die unerwartet heißen Nach-Sommer Temperaturen machen eine kühle Erfrischung wünschenswert.

Die Zuschauer sitzen derweil auf dem Gelände, genießen neben der waren Luft und der Sonne, die Erfrischungsgetränke, die angeboten werden. Wenn die Sieger feststehen, wird Gegrilltes gegen Kaffee und Kuchen getauscht und die Mitglieder des RKCL können den lauen Sommerabend noch ein wenig genießen.

Die Organisatoren waren mit der Regatta sehr zufrieden. Alte Klubmitglieder erinnerten sich an die glorreichen Zeiten, als auf dem Nettebruch noch Westdeutsche Meisterschaften ausgetragen wurden und auf der Sprintstrecke sogar deutsche Spitzenkanuten, sogar Olympiasieger, am Start waren.

(ivb)