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Nettetal: Mehr Mobilität mit dem Rollator

Nettetal : Mehr Mobilität mit dem Rollator

In praktischen Kursen können Menschen mit Gehbehinderung den richtigen Umgang mit dem Rollator lernen.

Der Rollator gehört heute zum Straßenbild. Mit ihm läuft es rund - aber ohne ihn geht nichts. "Jeder, der ein Handicap hat oder sich unsicher fühlt, darf und sollte den Rollator auch nutzen, mit seiner Nutzung wird die Mobilität und dadurch die Lebensqualität erheblich erhöht", sagt Helmut Lenzen vom Sanitätshaus Aktiv-Medical, der gemeinsam mit Ergotherapeutin Anke Bähr vom Gesundheitszentrum NetteVital, zum Fahrlehrer wurde. Gemeinsam mit fünf Teilnehmern trainierten die Übungsleiter den Umgang mit dem Rollator.

Die gute Nachricht kam gleich zu Beginn. "Den Führerschein, den sie hier erwerben, kann man ihnen nicht abnehmen", sagte Lenzen, der sich darüber freut, dass die Rollatoren-Schule inzwischen immer mehr Zulauf findet. Dort erwerben Teilnehmer den Rollatorführerschein, für den auch kein bestimmtes Alter festgelegt ist.

Die fünf Teilnehmer an diesem Nachmittag haben zwar unterschiedliche Erkrankungen und auch unterschiedliche Einschränkungen ihrer Mobilität, aber alle haben den gleichen Beweggrund: Trotz ihres Handicaps wollen sich alle am Leben beteiligen und aktiv daran teilhaben. Ergotherapeutin Anke Bähr erläutert die Situation, in der sich viele befinden. "Manche fühlen sich vielleicht noch zu jung, um einen Rollator zu nutzen, doch damit eröffnen sich neue Wege, sie können wieder am Leben teilnehmen, werden mobiler brauchen sich nicht zu verkriechen", sagt Bähr.

Für Petra Stein (*Name geändert) war es anfangs schwierig, mit einem Rollator durch die Stadt zu gehen, zuerst zaghaft im Stillen, dann immer mutiger, hat sie ihre Scheu überwunden. So hat sich ihre Lebensqualität erhöht. "Ich möchte den Rollator nicht mehr missen", sagt sie heute. Auch Robert Rohn, der im Seniorenheim Curanum lebt, und sich einen besseren Umgang mit seinem Rollator wünscht, fühlt sich beim Gehen sicherer. "Und ich kann mich zwischendurch auf den Rollator setzen", sagt er.

Im Führerscheinkurs überprüfen die "Fahrlehrer" zunächst die richtige Einstellung, wie zu hoch eingestellte Griffe etwa, eine falsche Körperhaltung oder eine Überladung mit Tüten und Taschen. Dann geht es zur Praxis über, die Teilnehmer drehen ein paar Runden auf dem Testparcour, eine Erhöhung simuliert die Bordsteinkante, die die Teilnehmer überwinden müssen.

Nach zwei Stunden und einer Runde in der freien Natur mit verschiedenen Bodenbelägen, halten alle Teilnehmer den Rollatorführerschein in den Händen. Die Teilnahme am Fahrtraining mit Rollatoren ist kostenlos. Nähere Infos erteilt das Gesundheitszentrum NetteVital im städtischen Krankenhaus.

(RP)