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Nettetal: Mehr Lehrlinge als Stellen

Nettetal : Mehr Lehrlinge als Stellen

Im Bezirk der Arbeitsagentur Krefeld/Kreis Viersen gibt es weniger Ausbildungsplätze für mehr Bewerber. Agenturchef Zielonkowsky hofft, dass aber noch weitere Betriebe dem Beispiel der Treppenbau-Firma Saage folgen.

Wenn Mitarbeiter der Agentur für Arbeit die Außentreppe ihrer Geschäftsstelle an der Steegerstraße in Lobberich benutzen, laufen sie über ein Produkt des Nettetaler Treppenbauers Detlev Saage. Das allerdings war gestern für den Leiter der Agentur Krefeld-Kreis Viersen, Ingo Zielonkowsky, nicht der Grund, das Unternehmen in Leuth aufzusuchen. Denn Saage bildet ständig 13 bis 14 junge Leute aus. Er gilt der Agentur als Vorbild für einen Unternehmer, der weit vorausschauend Personalpolitik betreibt.

Zum gestrigen Tag der Ausbildung schwärmten wieder bundesweit ganze Heerscharen der Agentur aus, um in Unternehmen Ausbildungsplätze loszueisen. Rund 500 Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern, die alle ausbilden dürfen, hat die hiesige Agentur jetzt in den Blick genommen. "Wir brauchen diese Plätze, und die Unternehmen brauchen dringend Nachwuchs. Ich weiß nicht, wie hoch die Zahl der Betriebe ist, in denen die weitaus meisten Beschäftigten 50 Jahre und älter sind", sagte Zielonkowsky.

Detlev Saage muss sich darüber keine Gedanken machen. Zwei oder drei Absolventen der Ausbildung in seinen betrieben in Nettetal und Südlohn übernimmt er. Annähernd neunzig Mitarbeiter beschäftigt Saage. Sie bauen Treppen mit ganz besonderen Eigenschaften und für besondere Objekte. "Die Auftragslage ist gut", berichtete er gestern. Im neuen Ausbildungsjahr wird er vier Lehrlinge aufnehmen.

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Saage nimmt nur junge Leute, die vorher bei ihm Praktika absolviert haben. "Ich weiß über sie besser bescheid, und sie können die Arbeit besser beurteilen", sagt er. Dieses frühe Interesse an einem potenziellen Arbeitsplatz unterstreicht auch Zielonkowsky. Im Bereich seiner Dienststelle hat die Zahl der Jugendlichen, die in diesem Jahr eine Lehrstelle suchen, noch einmal zugenommen. Leider haben Arbeitgeber gleichzeitig ihre Ausbildungsstellen gesenkt. "Auf hundert Jugendliche im Bezirk kommen 62 Stellen. Das ist eindeutig zu wenig", sagte er gestern.

Das sieht auch Nettetals Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel so. Es gebe zahlreiche flankierende Instrumentarien für Jugendliche und Betriebe. Sie alle hätten das Ziel, mehr junge Menschen in Ausbildung zu bringen. Zielonkowsky will unbedingt erreichen, dass Jugendliche sich möglichst früh und dazu umfassend mit künftigen Berufen beschäftigen. "Die meisten suchen eine Ausbildung in den Top Ten-Berufen. Da kann es sein, dass man nichts findet, während in anderen Berufen, die weniger bekannt, aber sehr gute Perspektiven bieten, Ausbildungsplätze frei bleiben. An die Arbeitgeber appellierte er, ihre jungen Kandidaten etwas weniger über die Zeugnisse, dafür aber den ganzen Menschen zu beurteilen.

(RP/rl)