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Nettetal: Mehr Briefmarkenfreunde als je zuvor

Nettetal : Mehr Briefmarkenfreunde als je zuvor

Zur Jubiläumsschau in der Gesamtschule verbuchte der Verein einen Rekordbesuch. Gezeigt wurden einige Raritäten, beispielsweise Ansichtskarten, die nicht nur für Sammler eine Fundgrube sind.

Einen solchen Andrang hat Hans Holzportz noch nicht erlebt. Da er sich beim Großtauschtag der Briefmarkenfreunde Nettetal an der Gesamtschule auch als "Platzeinweiser" für die Autos der Gäste betätigte, stellte er schon gegen 9.30 Uhr verblüfft fest: "So besetzt war der Parkplatz noch nie." Im Laufe des Tages kamen etwa 400 Besucher zum Niederrhein-Großtauschtag des 50 Jahre alten Vereins.

Vorsitzender Stefan Heidenfels freute sich über das "nicht alltägliche Jubiläum" des Vereins. Er begrüßte unter den vielen auch offiziellen Gästen ganz besonders die Gründungsmitglieder August Thanisch und Helmut Veikes. "Ohne die Beiden könnten wir hier und jetzt nicht feiern. Ihr hattet eine gute Idee mit der Gründung des Vereins. Es ist ein schönes, zeitaufwendiges und sinnvolles Hobby. Freundschaften entstehen, Wissen und Erfahrungen werden ausgetauscht. All dies ist uns sehr wichtig, und das leben wir vor", stellte Heidenfels stolz fest.

In der Tat. Der gute Besuch war eine Bestätigung und Belohnung zugleich. Zum Jubiläum gab es die beispielhaft Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Henese Fleck Breyell und dem Feuerwehrmuseum. "Was könnt ihr für uns tun?" So hatte man sich gegenseitig gefragt. "Das von Bürgermeister Wagner angestoßene Konzept 2015 leben wir seit Jahren vor", meinte Heidenfels.

Für die Ausstellung standen 24 Rahmen zur Verfügung. "Dabei könnte jedes Mitglied von uns diese Rahmen mit seiner Sammlung alleine füllen", meinte der Vorsitzende. "Als ich vor 14 Jahren als Vorsitzender anfing, hatten wir 35 Mitglieder. Jetzt ist der Verein auf das Doppelte, nämlich 70 Mitglieder angewachsen." Das ist eine Tendenz, die bei den meisten Vereinen entgegengesetzt läuft. Der Besuch vieler Gäste auf den Tauschabenden ist die Bestätigung für das Hobby.

Auch diesmal gab es bei Fragen fachkundige Antworten. Vertreter des Landesverbandes bescheinigten dem rührigen Verein eine "besondere Effektivität." Ein originelles Geschenk überreichte der Vorsitzende des Vereins Phila 68 Kaldenkirchen, Peter Aldenhofen: Eine Nachnahmekarte mit dem Poststempel vom 22. 5. 1930 vom Finanzamt Geldern an Heinrich Houben, Leuth. Sie war zunächst in Kaldenkirchen gelandet, aber nach vier Stunden (man kann es auf dem Stempel nachvollziehen) kam sie zur Post nach Breyell. 3,33 Mark waren zu zahlen, nämlich drei Mark Steuern, 23 Pfennig Porto und zehn Pfennig für die Nachnahmekarte selbst.

Heimatsammlung, Motivsammlung, Postgeschichte, Ansichtskarten, Münzen — ein breitgestreutes Spektrum boten die spezialisierte Sammler. Beispielsweise eine von 500(!) Ansichtskarten von Hans-Georg Zellner aus Bracht. Sie zeigt "Dilkrath bei Boisheim" und ist eine Rarität.

(sa)