Nettetal: Maulwürfe basteln Kostüme für den Tulpensonntagszug

Nettetal : Maulwürfe basteln Kostüme für den Tulpensonntagszug

Maulwürfe sind possierliche Tierchen und dazu noch sehr nützlich. Aber sie haben kein gutes Image und sind bei Hobbygärtnern nicht gerade beliebt.

Dabei hat der Maulwurf durchaus auch gute Seiten, denn er ernährt sich ausschließlich von Insekten und deren Larven und rührt Gartenpflanzen nicht an. Er lebt unter Tage, seine Augen sind nicht sonderlich gut. Dafür kann er gut hören und riechen, er ist immer in Bewegung und durchwühlt den Boden.

Immer in Bewegung wird auch die Truppe rund um Monika und Rainer Tohang aus Schaag sein, die sich zu Karneval mit weiteren 50 Frauen und Männern durch die Straßen von Nettetal "bewegen" wird. "Es sind Freunde, Kollegen sowie Nachbarschaft und Familie", berichtet Monika Tohang. Einige aus der großen Truppe sind bereits "karnevalsumzugserfahren". Denn seit mehr als 20 Jahren nimmt ein Teil der Truppe am Nelkensamstagszug durch Lötsch teil.

Erst vor ein paar Jahren entschloss sich die Gruppe, auch am Tulpensonntagszug durch Nettetals Straßen teilzunehmen. "Wir sind als Teebeutel und als Nette-Rocker in den vergangenen beiden Jahren schon mitgezogen", erzählt Monika Tohang. Ihr Ehemann Rainer hat die Organisation der Truppe übernommen. "Vor Altweiber treffen wir uns fast täglich", berichtet er.

In diesem Jahr ziehen sie als Maulwürfe durch Nettetal, mit gelbem Helm und Armbinde, und natürlich mit Erde, Moos, Würmern und Insekten dekoriert. Die Vorbereitungen zum unterirdischen Spaß laufen auf Hochtouren. Die gelben Blindenbinden müssen zugeschnitten und mit schwarzen Punkten versehen werden. Die grauen Brustlatze müssen für jeden "Jecken" auf Figur genäht werden. Es müssen Helme bestellt und anprobiert werden.

Im Keller von Verena und Fabio Pastors tobt der "Mob". Überall liegt gelber Stoff herum. Steffi Wassen, Sabine Waggan und Melanie Reith schneiden ihn für die Armbinden zu. Katharina Prüter und Kristina Tohang verteilen gelbe Helme. "Nicht, dass wir mit Bob dem Baumeister verwechselt werden", sagen sie und lachen. Carsten Kohn ist für den "Bagagewagen" verantwortlich, er trifft sich regelmäßig mit anderen "Maulwürfen" zum Wagenbau. Auf drei Quadratmetern wird auf einem Oldtimer-Trecker ein großer Maulwurfhügel entstehen.

Alles ist organisiert, nur eine Frage bleibt offen, wer die Würmer, Insekten und Schnecken im Garten zur Dekoration der Kostüme und des Wagens ausgräbt und einsammelt. Die Zuschauer können sich auf jeden Fall am Straßenrand freuen. Denn sie können Lakritz-Schnecken fangen, die die Maulwürfe in ihren Taschen parat haben. FRAGE DES TAGES

(ivb)
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