„Marley“ wird Begleithund an der Realschule in Nettetal-Kaldenkirchen

Kaldenkirchen : „Marley“ ist neuer Begleithund an der Realschule

Der Australian-Shepherd-Rüde wird Lehrerin Lina Holz zunächst zweimal pro Woche in den Unterricht begleiten.

An der Realschule in Kaldenkirchen gibt es einen neuen Schulhund. Nachdem Lehrerin Kathrin Funcke kurz vor den Sommerferien in Elternzeit und ihre Hündin Lotta damit in Rente gingen, wird künftig Rüde Marley seine Besitzerin Lina Holz in den Unterricht begleiten. „Wir haben bei der Schulkonferenz unterstrichen, wie wichtig uns ein Schulhund ist“, sagt Schulleiter Joachim Sczyrba. Darum habe man auch keine Bedenken, die Ausbildungskosten für Marley und Holz zu übernehmen. Mehr noch: „Auch für einen zweiten Hund sind die Finanzen gesichert“, sagt Sczyrba.

Allerdings wird Marley anders ausgebildet als Lotta einst. Die Hündin war ein offizieller Therapiehund, dies brauche die Schule aber nicht, habe man festgestellt, sagt Sczyrba. So wird der dreieinhalbjährige Marley Besuchshund. „Das ist nicht so umfangreich, aber reicht“, sagt Besitzerin Holz. Den Eignungstest dafür haben die beiden in den Sommerferien bereits bestanden, nun folgen Wochenendkurse, im Oktober ist Prüfung. Wie Lotta, ist Marley ein Australian Shepherd, die Rasse gilt als intelligent und gelehrig.

Marley war gut vier Monate alt, als Holz ihn zu sich nahm. „Ich habe ihn mir nicht mit dem Ziel angeschafft, dass er Schulhund wird“, sagt die 29-Jährige, „aber ich habe mich durchaus deswegen hier an der Schule beworben, weil ich das Konzept Schulhund gut fand.“ Im vierten Jahr unterrichtet sie nun in Kaldenkirchen Mathematik und Physik, Marley wird sie anfangs zweimal pro Woche begleiten. „Wir gucken, wie wir das steigern“, sagt Holz.

Schulhunde werden von der Bezirksregierung Düsseldorf nicht erfasst, darum ist unklar, wie viele es in der Region gibt. Eine Zulassung ist nicht notwendig, der Einsatz des Tieres erfolgt durch eine Entscheidung der Schulleitung im Rahmen der schulischen Eigenverantwortung. Laut Sczyrba kommt es für den Erfolg nicht auf die Ausbildung an: „Die reine Präsenz des Hundes hilft, dass die Kinder sich wohlfühlen“, berichtet er.

Am Donnerstag verbrachte Marley seinen ersten Tag in Holz’ achter Klasse. „Er ist ein bisschen aufgeregt“, sagt die Besitzerin, „aber ich glaube, dass er das toll machen wird.“ Über Futter „funktioniert bei ihm alles“. So haben sich die Schüler Marley mit Leckerchen vorgestellt. Holz’ Kollegen dagegen müssen sich umgewöhnen, sagt sie mit einem Grinsen: „Im Gegensatz zu Lotta könnte Marley ihnen durchaus das Frikadellenbrötchen aus der Tasche ziehen.“