Markus Heines aus Lobberich ist Wolfsbeauftragter und Biberberater

Hinsbeck : Der Botschafter der Biber

Markus Heines aus Lobberich ist vielfältig ehrenamtlich im Einsatz, klärt als Wolfsbeauftragter und Biberberater auf.

Eulen, Fledermäuse und Biber, Schmetterlinge und Wölfe – wenn e’s um solche Tiere geht, ist Markus Heines ein gefragter Experte. Unermüdlich klärt er auf, wirbt bei Führungen und Vorträgen für den Schutz der Arten und ihrer Lebensräume. Dabei ist ihm mitunter zwiespältig zumute: „Es tue schon weh zu erleben, wie einige Tierarten immer seltener werden, aber es freue einen natürlich auch, dass andere sich neue Lebensräume bei uns erobern.“

Fast täglich ist Heines im Einsatz, packt bei Naturschutz-Maßnahmen tatkräftig mit an, ob es darum geht, Fledermauskästen zu reinigen und aufzuhängen oder Nisthilfen für Eulen anbringen: „Die Natur braucht unsere Hilfe“, sagt der 50-Jährige schlicht, nickt dabei und hebt die Hand, als wolle er mahnen. Und dass Hilfe vonnöten ist, das erlebt er oft genug bei seinen Untersuchungen und Forschungen.

„Ich betreibe zum Beispiel seit 2003 Fledermaus-Monitoring, die Zahl der dabei erfassten Tiere nimmt kontinuierlich ab““, bedauert der Naturfreund. Seine Ergebnisse fließen unter anderem in Statistiken des Naturschutzbundes (Nabu) mit ein. Wie bei vielen anderen Tieren sieht er die „Zerstörung der Lebensräume, Umweltgifte und sterile Gärten“ als Ursachen für die Verarmung der Artenvielfalt.

Heines hat auch den Säugetieratlas im Kreis Viersen erstellt, 48 Arten durch Sichtungen, Todfunde, Spuren und Kot nachgewiesen: „Manche Arten sind verschwunden, wie der Hamster, andere sind wieder da, so der Biber, das zeige, dass Maßnahmen wie Renaturierungen was brächten.“

Was treibt den Lobbericher an, jede freie Minute in der Natur zu verbringen und für die Natur? „„Naja, an erster Stelle kommt meine Familie, aber sonst, das stimmt, dreht sich bei mir alles um die Natur.““ In seiner Kindheit in Brüggen habe es ihn gepackt, „Eidechsen zu beobachten, fand er faszinierend“, sagt er und lächelt. Draußen zu sein, sich an Pflanzen, Pilzen, Tieren zu erfreuen, das tue ihm gut, da ergebe sich von selbst das Gefühl, man müsse für die schöne, aber bedrohte Natur was tun.

Der Frühpensionär wirkt ehrenamtlich im Nabu. So ist er Biberberater, wirbt als Wolfsbeauftragter dafür, die „erhoffte Rückkehr des Raubtiers zu akzeptieren“. Er leitet die Arbeitsgemeinschaft Eulen und die Ortsgruppe Brüggen. Dazu arbeitet er nebenbei auch für die Biologische Station Krickenbecker Seen.

Viel Anklang finden seine Exkursionen wie Fledermauswanderungen. „Und ich gehe gern in Kitas und Schulen, die mich häufig fragen““, erzählt Heines. Jungen Menschen die Natur nahezubringen, ist ihm ein großes Anliegen: „Ich merke immer wieder, dass viele Kinder kaum Kenntnisse über die Tierwelt haben, da halten Sechstklässler das nachtaktive Raubtier Dachs für ein Nagetier, ich fasse es nicht.““

Dabei müssten Kinder doch, meint Heines, im Biologie-Unterricht auch Grundkenntnisse über Tiere und Pflanzen vermittelt bekommen. Er wirbt dafür, dass Familien mit Kindern mit offenen Augen durch die Natur gehen: „Theorie allein bringt wenig, ich zeige den Kindern etwas, am besten draußen.“ Eine echte Kröte mal in der Hand zu halten, das beeindrucke Jungen und Mädchen nachhaltiger, als wenn sie nur Bilder sehen.“

Auch sonst sei Aufklärung vonnöten, weiß Heines; so verstehe er sich zum Beispiel als Botschafter der Biber: „Wenn Biber Bäume fällen, richten sie keinen Schaden an, wie viele meinen.“ Vielmehr entstünden so neue Lebensräume, Auwälder etwa: „Da haben sich schon manche Vogelarten neu angesiedelt.“ Die Rückkehr der Biber ist für ihn eine Erfolgsgeschichte: „„Und jetzt hoffe ich natürlich sehr, dass bald auch der Fischotter hier wieder richtig heimisch wird.““

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